Nach Alternativen gesucht

Weilheimer Christkindlmarkt in Zeiten von Corona

Teetassen auf Schal
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Wie wird der Christkindlmarkt dieses Jahr aussehen?

Weilheim – In der letzten Sitzung des Hauptausschusses wurden zwei abgespeckte Varianten eines Christkindlmarktes vorgeschlagen. Wirtschaftsförderer Stefan Frenzl erklärte, wie die Alternativen wenigstens etwas weihnachtliche Stimmung in die Stadt bringen könnten. 

„Normale Christkindlmärkte können dieses Jahr nicht stattfinden. Die Regierung hat kein Interesse an Menschenmengen in der Innenstadt“, leitete Frenzl die Vorstellung der Alternativlösungen ein. Der Einzelhandel habe monatelang unter der Corona-Krise gelitten. Das Einkaufsverhalten der Bürger blieb und sei teilweise immer noch verhalten. Über einen Christkindl-

markt würden sich nicht nur die Bürger, sondern vor allem die Gewerbetreibenden und Vereine freuen. „Aber einen richtigen Christkindlmarkt will ich das nicht nennen“, so Frenzl, „eher einen Versuch, in der Stadt weihnachtliche Stimmung zu erzeugen.“

Da die übergeordneten Behörden dazu keine konformen Aussagen treffen würden, sei es schwierig, einen praktikablen Plan auszuarbeiten, erklärte Frenzl. Der Freistaat untersagt bis Ende des Jahres Großveranstaltungen, jedoch seien Märkte, die keinen Volksfest-Charakter haben, davon ausgenommen oder zumindest nicht untersagt, teilte Frenzl in der Ausschusssitzung mit.

Die erste Variante sieht zwei gastronomisch betriebene Hütten in der Schmiedstraße und drei weitere am Kirchplatz vor, die ab 20. November sechs Wochen lang geöffnet haben können. Den Vereinen sollen vom 3. bis 24. Dezember in wechselnder Besetzung zwei bis drei Hütten am Marienplatz zur Verfügung gestellt werden.

„Die Verantwortung liegt ganz klar bei den Betreibern“, betonte Bürgermeister Markus Loth (BfW). Die geltenden Hygienevorschriften und Abstandsregeln wegen der Corona-Pandemie müssen eingehalten werden. „Wenn das umgesetzt werden soll“, schlug Tillman Wahlefeld (BfW) vor, sollten Experten zu Rate gezogen werden, welche die Betreiber unterstützen.

Die zweite Variante wäre eine deutlich abgespeckte Version ohne die Hütten für Vereine. Petra Arneth-Mangano sprach sich klar für die Variante mit den Wechselhütten aus. Den Vereinen müsste eine Möglichkeit geboten werden, einen Stand zu unterhalten. Die SPD-Rätin befürchtet Corona-bedingt finanzielle Verluste für die Vereine.

Die Einbußen der Gewerbetreibenden seien aber wesentlich höher und es gehe um Existenzen, warf Frenzl ein. Ordnungsamtsleiter Andreas Wunder gab auch zu bedenken, dass die Stände für die Vereine zeitweise unbesetzt bleiben könnten. „Wenn was schiefgeht können Bußgelder drohen, oder die Polizei kommt und löst die Veranstaltung auf,“ waren sich Bürgermeister Loth und Wunder einig. Brigitte Gronau (Grüne) geht von einer Schieflage aus, wenn nur Gastronomen Stände bekämen. Hubert Schwaiger (BfW) sprach sich eher für die abgespeckte Variante aus. Er meinte, dass die Gewerbetreibenden mehr Erfahrung mit Corona mitbringen würden und sah die Wechselhütten kritisch. „Die Gesundheit der Bevölkerung geht vor“, so Schwaiger. Bis auf Schwaiger stimmten alle Ausschussmitglieder für Variante eins. Wie weihnachtlich es tatsächlich wird bleibt abzuwarten. Corona-bedingt kann sich alles noch ganz schnell ändern.

Von Viktoria Gray

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