»Wir müssen das Hospiz erweitern«

CSU Polling-Etting-Oderding berichtet über Lage im Hospiz

Martin Pape und Michael Steininger-Yang moderierten den digitalen Neujahrsempfang.
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Martin Pape (li.) und Michael Steininger-Yang (re.) moderierten den digitalen Neujahrsempfang, bei dem unter anderem Renate Dodell (Mitte) live zugeschaltet wurde.

Polling – Ein Neujahrsempfang in Pandemiezeiten? Geht nicht? Geht doch – und zwar digital. Der CSU-Ortsverband Polling-Etting-Oderding lud jedenfalls via Facebook zum Online-Treffen ein. Mit Landtagspräsidentin Ilse Aigner und Ex-MdL Renate Dodell waren zwei prominente Gastredner live zugeschaltet.

Die ehemalige Landtagsabgeordnete und Vorsitzende des Hospizvereins berichtete über die Situation der stationären Einrichtung im Pollinger Kloster. Bald soll dem Gemeinderat eine Machbarkeitsstudie zu den Erweiterungsplänen präsentiert werden. Den Ergebnissen wollte Dodell beim Empfang nicht vorgreifen, aber die Marschrichtung ist klar: „Wir wollen und müssen das Hospiz erweitern.“ Immer häufiger könne man Patienten respektive Gäste nicht aufnehmen, weil die Kapazitäten nicht ausreichen. Deshalb wolle man von aktuell zehn auf 16 Betten aufstocken. Dodell verwies zudem auf die für Hospizeinrichtungen seit 2016 geltende Verordnung zur Ausführung des Pflege- und Wohnqualitätsgesetzes. Darin würden Standards festgelegt, die das Hospiz derzeit unter den gegebenen baulichen Voraussetzungen nicht erfüllen könne.

Es würden zwar Übergangsfristen gelten, doch ohne Erweiterung, so verdeutlichte Dodell, müsste der Betrieb des stationären Hospizes in Polling spätestens nach 2036 eingestellt werden. Ein wichtiger Baustein in den Planungen sei zudem der Aufbau eines teilstationären Kinderhospizes. Dodell skizzierte den Charakter als heilpädagogische Tagesstätte: „Die Kinder kommen nicht zum Sterben nach Polling, sondern zum Leben.“ Die Hospizvereinsvorsitzende warb um eine breite Unterstützung in der Bevölkerung für die bauliche Stationserweiterung auf dem Klosterareal, „damit Polling der Ort für hilfesuchende Menschen zum Sterben bleiben kann.“

Bürgermeister Martin Pape, der zusammen mit Ortsverbandschef Michael Steininger-Yang die Moderation des digitalen Neujahrsempfangs übernahm, gab einen kurzen Überblick über das ortspolitische Geschehen. Er spannte den Bogen vom Gewerbegebiet Achalaich („es sind fast alle Grundstücke vergeben“), über den geplanten Kita-Ausbau und die Errichtung eines neuen Bauhofs („der alte platzt aus allen Nähten“) bis hin zur Diskussion um die Weilheimer Umgehungsstraße. Es sei zwar „unwahrscheinlich wichtig“, so der Pollinger Rathauschef, dass die Kreisstadt eine Verkehrsentlastung bekäme, aber es brauche dafür ein „interkommunales Verkehrskonzept“. Keine der umliegenden Gemeinden dürfe einen Nachteil durch eine Trassenvariante erfahren.

Allgemein hofft Pape auf eine baldige Lockdown-Öffnung, damit soziale Kontakte wieder möglich werden. Auch rief der Rathauschef dazu auf, die heimischen Wirtschaftsbetriebe zu stärken. Ins gleiche Horn stieß Landrätin Andrea Jochner-Weiß in ihrem zugespielten Grußwort: „Kaufen Sie nichts mehr im Internet, sondern unterstützen sie unsere Geschäfte.“

Natürlich waren die Pandemie und ihre Folgen das bestimmende Thema während des Empfangs. Aigner sprach von einer „Jahrtausendherausforderung“ und Jochner-Weiß räumte ein, „dass es beim Impfen leider nicht so voran geht, wie wir uns das wünschen.“ Neben dem fehlenden Impfstoff gebe es im Zuge des Anmeldeprocederes in den Impfzentren zudem Softwareprobleme. Auch wenn der Empfang ohne persönlich anwesende Gäste ablief, eines durfte natürlich nicht fehlen – nämlich die Lobeshymnen für die eigenen Mandatsträger: Jochner-Weiß titulierte Alexander Dobrindt als „einzigartigen Kandidaten“ für die Bundestagswahl. Auch Aigner schwärmte vom CSU-Landesgruppenchef in Berlin: „Ohne ihn geht in der Koalition gar nix.“ Dobrindt selbst meldete sich per Zuspieler zu Wort: „2021 muss das Jahr werden, in dem wir die Pandemie hinter uns lassen.“

Von Bernhard Jepsen

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