"Der Rigi braucht wieder Eier"

Klare Worte bei CSU-Starkbierfest in Peißenberg

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„O´zapft is“: „Schankkellner“ Alexander Dobrindt (ganz links) sorgte dafür, dass die Kehlen der Politprominenz mit (v.li.) MdL Harald Kühn, Bezirksrätin Alexandra Bertl und Landrätin Andrea Jochner-Weiß nicht trocken blieben. Mit auf dem Bild sind Privatbrauereibesitzer Franz Fischer (rechts), der Dobrindt beim Anzapfen fachmännisch unterstützte, sowie der CSU-Ortsvorsitzende Frank Zellner.

Peißenberg – Die Hohenfurcher Feuerwehrkapelle gehört beim Starkbierfest der Peißenberger CSU längst zum Stammprogramm. Die Truppe um Kommandant Jürgen Fischer legte auch bei der diesjährigen Auflage wieder einen furiosen Auftritt hin und brachte den vollbesetzten Saal im Gasthof „Zur Post“ mit rotzfrechen Sprüchen in Stimmung.

Fischer bezeichnete Peißenbergs Männerwelt als „Luschen“, weil doch der Ort von drei Frauen regiert werde – und zwar von einem „ehemaligen SPD-Genössle“ (Bürgermeisterin Manuela Vanni), einer „Faschings-Prinzessin“ (Vize-Rathauschefin Sandra Rößle) und der „Rechthaber aus Inge“ (Gemeindewerksleiterin Ingrid Haberl). „Peißenberg ist männerlos, Frauen haben an hier die Hos´“, spöttelte Fischer: „Es braucht wieder einen Bürgermeister mit echten Eiern.“ Die eindringliche Forderung wurde sogleich mit dem umgetitelten Johnny-Cash-Klassiker „Ring of Fire“ lautstark untermauert: „Der Rigi braucht wieder Eier.“ Auch der „Bundes-Alex“ müsse in Berlin vor einer Frau kuschen – womit Fischer Alexander Dobrindt auf die Schippe nahm. Dessen neuer Posten als CSU-Landesgruppenchef in Berlin sei „unscheinbar“ und „nichts, was zählt“. „Er gibt sich jetzt als männliche Gerda Hasselfeldt“, so Fischer. Dass Dobrindt mit Personenschützern im Post-Saal aufschlug, konnte Fischer nicht nachvollziehen: „Bodyguards? Und das, obwohl er gar nicht mehr wichtig ist.“

Dobrindt selbst trat gemeinsam mit Angie Eichberger wieder als „Bierdimpfl“ auf. Die beiden zogen über die Teilnahme von Marktratsmitgliedern bei der Eisgrill-Challenge her („Die Bürgermeisterin mit ihren sechs Schweißfußindianern in der Ammer“), spöttelten über bestehende und geplante Verkehrskreisel („Vielleicht sollten wir uns jetzt umbenennen von Peißenberg zu Kreisel-City“) und witzelten darüber, dass Andrea Jochner-Weiß mitunter auch energisch reagieren kann: „Wenn ihr da so ein Bürgermeister – vielleicht sogar aus Wessobrunn – mal blöd kommt und meint, er könnte sich beim Leonhardi-Ritt in eine eigene Kutsche reinsetzen. Ja mei, dann wird so eine Straße nach Paterzell halt mal ein paar Monate gesperrt“, erzählte „Bierdimpfl Alexander“, der sich nicht ganz so trinkfest erwies wie seine Kollegin „Angie“. Die leerte während des Auftritts eine ganze Halbe Salvator, bei „Alexander“ hingegen blieb das Bierglas halbvoll. Allerdings brachte er im Vergleich zu „Angie“ den Trinkspruch: „Mit edlem Elixier, Starkbier heißt das gute Bier“ ohne Versprecher über die Lippen.

Von Bernhard Jepsen 

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