Viele neue Namen im Marktrat

CSU/Parteilose bleiben stärkste Fraktion – Grüne und AfD neu im Peißenberger Gremium

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Im Peißenberger Marktrat sind viele neue Gesichter.

Peißenberg – Der Marktrat wird sich in der kommenden Wahlperiode personell deutlich verändern: Nach aktuellem Stand werden elf neue Mandatsträger in das Gremium einziehen. Als stärkste Kraft wurde bei den Kommunalwahlen am vergangenen Sonntag mit sieben Sitzen die Fraktion von CSU/Parteilose bestätigt.

Gleich doppelten Grund zur Freude hatte Frank Zellner. Der CSU-Spitzenkandidat lag nicht nur im ersten Wahldurchgang zum Bürgermeisteramt vorne, er war auch der Stimmenkönig bei der Marktratswahl. Zellner sammelte 4 201 Stimmen ein, auf Platz zwei lag SPD-Frontmann Robert Halbritter mit 3 531.

Während CSU/Parteilose ihre sieben Mandate verteidigen konnten, musste die SPD deutlich Federn lassen. Sie verliert zwei Sitze und schrumpft damit auf vier Fraktionsmitglieder. Besonders bitter für die Genossen: Partei-Grande Dr. Klaus Geldsetzer verpasste den neuerlichen Sprung ins Gremium. Aufgrund seiner Kompetenz genoss Geldsetzer über die Parteigrenzen hinweg und auch bei der Rathausverwaltung hohes Ansehen. Ein kleiner Hoffnungsschimmer bleibt noch: Sollte sich Halbritter gegen Zellner in der Stichwahl um den Chefsessel im Rathaus durchsetzen, wird Geldsetzer in den Marktrat nachrücken.

Ebenfalls bangen muss die aktuelle Fraktionschefin von CSU/Parteilose, Patricia Punzet. Sie muss wiederum auf einen Wahlsieg von Zellner hoffen, um ihr Mandat zu verteidigen. Vier Sitze im neuen Gemeinderat errang die Peißenberger Liste (PL). Darunter fällt auch Manuela Vanni, die als Bürgermeisterin abgewählt wurde. Sie wird ihr Mandat aber auf jeden Fall annehmen, wie sie gegenüber dieser Zeitung bestätigte. Neu für die PL werden Anton Höck und Robert Pickert im Ratsgremium vertreten sein. Letzterer lag listenintern mit drei Stimmen hauchdünn vor der noch aktuellen Mandatsinhaberin Stephanie Träger. Auch Peter Guffanti schaffte von Listenplatz 23 aus nicht mehr den Sprung in den Marktrat. Uli Mach war für die neue Wahlperiode nicht mehr als Kandidat angetreten.

Ebenfalls Fraktionen können die Bürgervereinigung mit Stefan Rießenberger, Matthias Reichhart und Cornelia Wutz (neu) sowie die nach der Ortsverbandsgründung 2018 erstmals angetretenen „Bündnis 90/Die Grünen“ mit Annette Daiber, Matthias Bichlmayr und Michele D`Amico (alle drei neu) bilden. Bichlmayr zog auf Anhieb knapp 2 800 Stimmen. Damit lag er im Gesamtranking hinter Zellner und Halbritter auf Rang drei.

Keinen Fraktionsstatus – die personelle Mindestzahl dafür liegt laut der Geschäftsordnung des Marktrats bei drei Mandatsträgern – erreichten die Freien Wähler mit Walter Wurzinger und Jürgen Forstner. Aufgrund der fehlenden Fraktionseinstufung sind die Freien Wähler weder in den Ausschüssen noch im Verwaltungsrat der Gemeindewerke vertreten. Auch Marktratsneuling Kathrin Neumayr, die für die AfD ein Mandat holte, wird im Gremium eine Einzelkämpferin sein.

Spannend wird neben der Bürgermeister-Stichwahl in knapp zwei Wochen auch die Frage sein, wer in der konstituierenden Marktratssitzung im Mai zum Vize-Rathauschef gekürt wird. Das Amt wird direkt vom Gemeinderat gewählt.

Sollte Zellner die Stichwahl gewinnen, werden CSU/Parteilose bei insgesamt sieben verschiedenen Gruppierungen im Marktrat kaum den Posten des zweiten Bürgermeisters für sich beanspruchen können. Momentan bekleidet dieses Amt noch Sandra Rößle (CSU/Parteilose).

Von Bernhard Jepsen

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