"Den Seehofer anschauen" – Ministerpräsident für CSU in Weilheim auf Stimmenfang

Stelzenläufer, Freibier, Kinder mit Luftballons und eine Band, die auf einer Bühne spielt: Auf dem Kirchplatz herrscht Volksfeststimmung und wären nicht überall CSU-Logos zu sehen, würde man nicht unbedingt auf den Gedanken kommen, dass es sich hier um eine politische Veranstaltung handelt. Etwa 350 Menschen aller Altersstufen tummeln sich bei strahlendem Sonnenschein auf dem Platz, auf dem in wenigen Minuten der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer und die Europa-Kandidatin der CSU, Dr. Angelika Niebler, erwartet werden.

Einige Besucher sitzen an Biertischen, die vor der Bühne stehen, und trinken Bier aus Bechern, das an einem Stand ausgeschenkt wird. Andere stehen in kleinen Gruppen zusammen und unterhalten sich. Wieder andere füllen CSU-Gewinnspielkarten aus, auf denen allerdings nicht steht, was es zu gewinnen gibt. Manche lesen die Info-Zettel, Karten und „Werbeprospekte“, die hier überall verteilt werden. Die Stimmung ist fröhlich und entspannt. Ein Tag, wie er für die CSU besser gar nicht sein könnte zur Werbung in eigener Sache. Trotz Freibier und weißblauem Himmel strahlen nicht alle vor Freude. Denn bei den Ärzten in ihren weißen Kitteln, die sich mit Schildern und Transparenten versammelt haben, um gegen den Verfall des deutschen Gesundheitssystems zu protestieren, kann von Zufriedenheit keine Rede sein. „CDU/CSU zerstören das deutsche Gesundheitssystem“ oder „Dank Seehofer und CSU: DDR-Staatsmedizin für bayerische Bürger“ steht auf ihren Schildern. Der Gesundheitsreform habe die CSU zwar zugestimmt, räumt Seehofer im Gespräch mit den Ärzten ein, „allerdings haben wir die Bedingung gestellt, dass keine Verschlechterung für die Ärzte eintritt“. Eine Bedingung, die nicht erfüllt wurde: „Bei vielen Kollegen ist eine Verschlechterung eingetreten“, ärgert sich Dr. Dietrich Doepner. Unmut auch bei den Gastwirten, die ebenfalls gekommen sind, um auf ihr Anliegen, aufmerksam zu machen. „Sieben Prozent auf Gastfreundschaft“ steht mit weißer Schrift auf ihren roten Buttons, Aufklebern und Plakaten. Auch ihnen hört Seehofer zu und versucht, sie zu beruhigen: „Eine Senkung der Mehrwertsteuer ist im Bundesrat beantragt.“ Bedrängt von Fotografen und Bürgern, die Fragen stellen, Kritik loswerden, sich Autogramme holen oder ihm einfach nur die Hand geben wollen, bahnt sich Seehofer seinen Weg zur Bühne. Viele haben ihre Digitalkamera dabei oder halten den Besuch des Ministerpräsidenten mit dem Handy fest. Die meisten wollen „ihn sich einfach mal anschauen“. Die Personenschützer des Ministerpräsidenten haben reichlich zu tun, ihren Chef in dem Gedränge im Auge zu behalten. Auch bei den Milchbauern bleibt Seehofer stehen, unterschreibt mit CSU-Europakandidatin Dr. Angelika Niebler auf der schwarz-rot-goldenen Kuh „Faironika“. Sie ist Symbolfigur für den Kampf um faire Milchpreise. Und auch hier verspricht er, sich für einen höheren Milchpreis und eine Begrenzung der Milchproduktion einzusetzen.

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