Kreisboten-Serie: Wandern im Blauen Land

Der Drachenstich-Rundweg in Murnau

Das Münter-Haus in Murnau von außen.
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Das Münter-Haus in Murnau, Kottmüllerallee 6. Besichtigungen sind von Dienstag bis Sonntag von 14 bis 17 Uhr möglich
  • Stephanie Novy
    VonStephanie Novy
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Murnau – Die Tourismusregion Das Blaue Land umfasst die Gemeinden Murnau, Seehausen, Uffing, Schwaigen-Grafenaschau, Ohlstadt, Großweil, Riegsee und Spatzenhausen, welche im Landkreis Garmisch-Partenkirchen liegen, sowie Eglfing im Landkreis Weilheim-Schongau. Der Vorsitz der Arbeitsgemeinschaft liegt bei der Marktgemeinde Murnau. Der Hauptgrund der Namensgebung liegt in der Geschichte: Anfang des 20sten Jahrhunderts ließen sich Gabriele Münter und Wassily Kandinsky in Murnau nieder. Zusammen mit Franz Marc, August Macke und anderen bildete sich eine Künstlervereinigung. Eine romantisch bläuliche Erscheinung bei besonderem Lichteinfall über dem Murnauer Moos mit Blick in das Loisachtal hinterließen wohl einen bleibenden Eindruck.

Die Wandermöglichkeiten im sogenannten Blauen Land sind sehr abwechslungsreich. Und so startet die Kreisboten-Rundweg-Serie mit dem Drachenstich-Rundweg, der auch gleich am Künstler-Haus vorbeiführt. Der Ausgangspunkt und die Parkplätze befinden sich am Kultur- und Tagungszentrum, Kohlgruber Straße 1 in Murnau. Auf dem knapp sechs Kilometer langen Rundwanderweg bekommt man einen Eindruck von der Vielseitigkeit der Landschaft um Murnau, wie das Murnauer-Moos und den Staffelsee. Schon zu Beginn, nur einen halben Kilometer vom Ausgangspunkt am Kultur- und Tagungszentrum entfernt, lohnt sich ein Besuch des Münter-Hauses, dem ehemaligen Domizil der Malerin Gabriele Münter und ihres Lebensgefährten, dem Maler Wassily Kandinsky. In diesem Haus, auch „Russenhaus“ genannt, lebte das Künstlerpaar in den Sommermonaten von 1909 bis 1914. Hier entstanden Werke und Ideen, die als Kunst des „Blauen Reiter“ berühmt wurden. Durch die reiche Ausstattung mit Gemälden, Graphiken und Hinterglasbildern von Kandinsky und Münter sowie mit Beispielen der Volkskunst und mit ihren selbst bemalten Möbeln, vermittelt das Haus einen lebendigen Eindruck von der Atmosphäre. Münter lebte hier ab 1931 mit ihrem Lebensgefährten Johannes Eichner bis zu ihrem Tod 1962. Die Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung München betreut das Haus. Weiter geht es durch eine Baumallee – ein Abstecher unterwegs führt zur Lourdesgrotte, die versteckt in einer schattigen Schlucht zum Gebet einlädt – tun sich alsbald von einem Höhenrücken aus traumhafte Blicke über das Murnauer Moos und die dahinter liegenden Bergketten mitsamt Deutschlands Höchstem, der Zugspitze, auf.

Nur ein kurzes Stück weiter kann sich der Wanderer für einen Besuch des auch „Ähndl“ genannten Ramsachkircherl entscheiden. Sie soll die älteste Kirche Oberbayerns sein, vermutlich im 7. Jahrhundert durch den Hl. Mang gegründet. Es ist ein Ort jahrtausendealter religiöser Kulturgeschichte. Zurück auf dem eigentlichen Rundweg geht es weiter zum Drachenstich, einem kleinen Wasserfall und einer romantischen Schlucht. Es folgt ein stufenreicherer Anstieg, machbar ohne Kinderwagen und Fahrrad. Der gesamte Rundweg ist sehr angenehm bei heißem Sommerwetter zu bewandern durch die natürliche Beschattung der Bäume. Über den kleinen Höhenrücken gelangt man schließlich an den Staffelsee, wo sich in der Murnauer Bucht viele Möglichkeiten bieten, den Tag ausklingen zu lassen. Die Sehenswürdigkeiten auf dem Weg der Reihe nach zusammengefasst, wären das Münter-Haus, die Lourdesgrotte, das Ramsachkircherl, der Drachenstich, der Staffelsee und das König-Ludwig-Denkmal. Auf dem Weg am Staffelsee entlang liegen die Schiffsanlegestelle für eine mögliche Seerundfahrt, ein Bootsverleih und das Staffelsee-Freibad.

Neben den Badesachen unbedingt auch die Malsachen in den Rucksack einpacken, denn die Landschaft ist malerisch, ob für Jung oder Alt. Einige der eingesendeten Kunstwerke werden in einer Ausgabe des Kreisboten veröffentlicht. Einsendungen bis 30. September an den Kreisboten-Verlag Mühlfellner KG, Am Weidenbach 8, 82362 Weilheim zu Händen Redaktion Kreisbote.

Von Hermine Leis

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