Felix Roman Siefritz wird am 24. Mai in Augsburg zum Diakon geweiht

Den Glauben eingeatmet

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Felix Roman Siefritz wird am 24. Mai in Augsburg zum Diakon geweiht.

Weilheim – Lässig steckt er die Hände in seine Hosentaschen. Ganz entspannt steht Felix Roman Siefritz vor der Stadtpfarrkirche. So wirkt es zumindest. Eigentlich ist er ziemlich angespannt, denn am Samstag wird er zum Diakon geweiht.

„Die Aufregung steigt“, gesteht der 30-Jährige, „aber ich bin voller Freunde.“

Bereits als Junge faszinierte ihn da Priestertum. Den Wunsch, selbst Priester zu werden, hatte der Allgäuer bereits ab seiner Erstkommunion. „In meinem Elternhaus war der Glaube, wie die Luft zum Atmen“, erklärt er sich diese frühe Faszination. 

Den Realschulabschuss in der Tasche, begann Siefritz seine Lehre zum Uhrmacher. Jahrelange Familientradition. „Der Wunsch, Priester zu werden, war aber immer da“, erinnert sich Siefritz zurück. Die tiefe Sehnsucht habe ihn stets getrieben. Tag für Tag sehnte er daher seinem 25. Geburtstag entgegen. Denn mit abgeschlossener Berufsausbildung ist es ab diesem Alter möglich, auch ohne Abitur Priester zu werden. 

Bayernweit war er der zweitbeste Uhrmacher-Geselle seines Jahrgangs. Zwar freute er sich, über sein gutes Abschneiden, dennoch war sein erster Gedanke: „Jawoll, das erste Stück Weg zum Priester ist geschafft.“

Und so kündigte er als er 25 war seinen Job, obwohl er bei einem der besten Juweliere Deutschlands angestellt war. Vor der Seniorchefin hatte er ein „bisschen Bammel“. Unbegründet. „Priester zu werden, ist der einzig gute Kündigungsgrund“, wünschte sie ihm nur das Beste. 

Das Theologiestudium absolvierte Siefritz im Studienhaus St. Lambert, das der Diözese Trier angehört. Seit letztem Herbst ist er als Diakonatspraktikant in Marie Himmelfahrt im Einsatz. 

„Den Glauben leben mit Freude“ möchte Siefritz auch weiterhin. Besonders die Jugend liegt ihm am Herzen. Schon Kinder sollen an den Glauben herangeführt werden. Dennoch möchte Siefritz für jeden da sein: „Von der Säuglingsstation bis zum Grab“ versucht er, kein Gemeindemitglied zu vergessen. Das soll auch als Diakon und später als Priester so bleiben. 

Jetzt hat das Warten ein Ende: Siefritz wird am Samstag von Bischof Dr. Konrad Zdarsa und vor der versammelten Gottesdienstgemeinde geweiht. Auch das zölibatäre Keuschheitsgelübde wird er bei der Weihe ablegen und sich damit voll und ganz Christus hingeben. Besonders freut er sich, dass auch seine Familie, viele Freunde sowie Mitglieder seiner Heimatpfarrei in Hawangen und aus Weilheim anreisen werden.

Zweifel hat Siefritz keine, dennoch mache er sich in letzter Zeit mehr Gedanken als sonst über seine Entscheidung. „Man bekommt Ehrfurcht vor allem, was noch kommt. Es ist eine Entscheidung fürs Leben.“ 

Nun geht es zur Vorbereitung auf die Weihe erst einmal auf Weihexerzitien. Am Samstag, 24. Mai, beginnt der Gottesdienst dann um 9.30 Uhr in der Basilika St. Ulrich und Afra in Augsburg. „Ich habe großes Gottvertrauen und hoffe, dass er mich weiterhin führt“, blickt Siefritz voller Vorfreude in seine Zukunft. Vor allem der Priesterweihe im nächsten Jahr sehnt er entgegen. Dafür hat er seinen gewünschten Primizspruch bereits im Kopf, der auch sein Lebensmotto widerspiegelt: „Die Freude am Herrn ist meine Kraft“.

Von Ursula Gnadl

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