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Die erste Kerze brennt: Hintergründe der Adventszeit

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Von: Stephanie Novy

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Eine besinnliche Adventszeit wünscht der Kreisbote. © Dincel

Region – Heute ist es soweit. Die erste Kerze am Adventskranz darf entzündet werden. Doch woher kommt der Brauch? Und wieso wird Weihnachten im Winter gefeiert? Pfarrer Georg Fetsch aus Peißenberg kennt die Antworten.

Das Wort Advent kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Ankunft. Es sei quasi die „Wartezeit auf die Ankunft Jesu“, wie es Fetsch beschreibt. Und um diese Zeit zu gestalten, gebe es verschiedene Bräuche und kirchliche Feiern. So findet sich zum Beispiel bei vielen Menschen zuhause ein Adventskalender. Die gibt es mittlerweile in den unterschiedlichsten Variationen: klassisch gefüllt mit Schokolade, mit exklusiven Beauty-Produkten oder auch mit Spielzeug. Einen kirchlichen Ursprung hat der Adventskalender nicht, wie der Peißenberger Pfarrer erläutert. Aber dennoch sei er für Kinder sehr wichtig und dementsprechend nehme man das im kirchlichen Rahmen durchaus mit auf.

Anders sieht es da beim Adventskranz aus. Der kommt, wie Fetsch sagt, aus dem evangelischen Christentum. Die Geschichte dahinter: im 19. Jahrhundert gab es in Hamburg das evangelisch geprägte Rauhen Haus. Dieses wurde von Johann Hinrich Wichern zur Betreuung von Kindern gegründet. Dabei hörte er einen Satz, den Eltern wahrscheinlich nur allzu gut kennen: „Wann ist endlich Weihnachten?“ Um dieser Frage zuvorzukommen und den Kindern das Warten zu erleichtern, nahm er 1839 ein Wagenrad und befestigte daran so viele Kerzen wie es Tage bis zum Fest waren. Von da an hat sich der Adventskranz zu dem entwickelt, was man heute kennt.

Die Kerzen haben dabei eine besondere Bedeutung, wie Fetsch weiß. „Das Licht hat schon immer eine große Rolle in der Kirche gespielt.“ Dies gehe auf den Satz Jesu zurück: „Ich bin das Licht der Welt.“ Und auch der erleuchtete Christbaum hat damit zu tun. In der Adventszeit „wird das Licht immer mehr. Es ist Sinnbild für alles Gute in der Welt. Das Dunkel wird dabei immer weniger – es steht für all das Schlechte in der Welt“, so der Pfarrer.

Bleibt zu guter Letzt noch die Frage, warum Weihnachten eigentlich im Winter gefeiert wird? Fetsch erinnert an Johannes den Täufer, dem am 24. Juni gedacht wird. Als „Vorläufer Jesu“ habe er auf diesen hingedeutet. Am 24. Juni ist Sommersonnenwende, das heißt, die Tage werden kürzer, das Licht wird weniger. Sechs Monate später, also im Dezember, ist die Wintersonnenwende; die Tage werden wieder länger. Jesu bringt also im übertragenen Sinn der Menschheit das Licht. Das Weihnachtsfest im Winter, genauer gesagt im Dezember zu feiern, hat laut Fetsch damit eine große „Symbolkraft“.

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