Interview mit Dr. Ansgar Damm, Executive Vice President und Leiter des Bereichs Forschung und Entwicklung des Unternehmensbereichs HOERBIGER Antriebstechnik 

Die Mobilität der Zukunft gestalten am Standort Peiting

Dr. Ansgar Damm, Leiter des Bereichs Forschung und Entwicklung des Unternehmensbereichs HOERBIGER Antriebstechnik am Standort Peiting bei der Arbeit.
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Dr. Ansgar Damm, Leiter des Bereichs Forschung und Entwicklung des Unternehmensbereichs HOERBIGER Antriebstechnik am Standort Peiting.

Bereits seit 1996 ist HOERBIGER mit dem Unternehmensbereich Antriebstechnik am Standort Peiting aktiv. Ebenso lange steht der Standort für Innovation und Weiterentwicklung. Das gilt heute mehr denn je: Das vergangene Jahr nutzte das Unternehmen für Synergien und Umstrukturierungen. Das Center für „Forschung und Entwicklung“ bekam ein neues Gesicht. In weiterer Folge gründete HOERBIGER Start-ups, stellte neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein und entwickelte innovative Ideen für die Zukunft. Näheres über alle Neuerungen am Standort weiß Dr. Ansgar Damm.

Der Name HOERBIGER ist als Firma vielen ein Begriff. Doch für welche Produkte genau steht Ihre Antriebstechnik?
Wir sind ein sehr erfolgreicher Automobilzulieferer, der Weltmarktführer in unserem Bereich. Unsere Systeme tragen entscheidend zu einer sehr guten Schaltqualität von Fahrzeuggetrieben bei. Wenn Sie also mit dem Getriebe in Ihrem Auto zufrieden sind, ob Automatik oder Handschalter, sind darin mit hoher Wahrscheinlichkeit unsere Synchronisierungen oder Lamellen verbaut.
Wenn wir nun auf den Bereich „Forschung und Entwicklung“ sehen, wie hat sich dieser verändert?
In den vergangenen Jahren haben wir uns verstärkt auf das Kerngeschäft, das sind die Synchronisierungen und Lamellen, konzentriert. Dadurch sehen wir unsere Marktposition noch weiter verbessert. Auch sind wir im Vergleich zu anderen immer innovativ geblieben und haben unsere Produkte, aber auch uns selbst, stetig weiterentwickelt.

Hier in Peiting befindet sich neben dem Ausbildungszentrum schon immer das Versuchszentrum. Seit Langem bestand der Wunsch, diesen Bereich und die Vorentwicklung räumlich zusammenzubringen. Durch die Neuausrichtung des Bildungszentrums in Peiting hat sich diese Chance jetzt ergeben.

Als optimale Lösung hat sich der räumliche Zusammenschluss auch bei unseren zwei verschiedenen Start-ups erwiesen, die wir neu gegründet haben. Diese sollen den künftigen Automobilmarkt mitgestalten.
Können Sie uns mehr zu diesen Start-ups verraten? 
Beide fokussieren sich auf neue Technologien der Automobilwelt, konkret auf die Elektromobilität und auf Wasserstoff. Die Besonderheit dieser Start-ups liegt darin, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort losgelöst vom Kern- und Tagesgeschäft an Innovationen feilen. Sie entwickeln Produktideen und vermarkten diese auch.
Das klingt nach einer größeren Investition?
Das stimmt, um die Weichen für die Zukunft zu legen, nehmen wir Geld in die Hand. Zusätzlich sind unsere Wasserstoffaktivitäten staatlich gefördert, ähnliches könnte auch bald für weitere Projekte gelten.
Wie ist aktuell die Stimmung in Peiting?
Es herrscht hier eine Art Aufbruchsstimmung. Man spürt, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter noch motivierter sind als sonst und für das Neue brennen. Alle sind sich bewusst, dass es ein Privileg ist, die Zukunft der Mobilität mitzugestalten.
Gab es schon einmal etwas Vergleichbares in der Geschichte des Standorts?
In diesem Jahr feiern wir bei HOERBIGER das 25-jährige Jubiläum des Unternehmensbereichs Antriebstechnik in Schongau. Und in Peiting war auch früher schon die Entwicklung. Für die Produkte, bei denen wir heute Weltmarktführer sind, haben wir 1996 die ersten Schritte gesetzt. Wir waren damals ein Synchro-Start-up.
Wie heute war die Stimmung von großem Pioniergeist und Tatendrang geprägt. Das bestätigen auch die Kolleginnen und Kollegen, die schon damals dabei waren.
Die Automobilbranche befindet sich aktuell in ihrem wohl größten Wandel. Wie sehen Sie die künftige Entwicklung?
Die Branchentransformation, die sich abzeichnet, ermöglicht es uns, Ideen für Elektromobilität und Wasserstofftechnologie zu entwickeln, welche wir schlussendlich auch auf den Markt bringen werden.

Der Anteil der Batteriefahrzeuge wird in den kommenden Jahren nochmals stärker steigen. Zeitgleich geht dieser Wandel einher mit einem Wachstum bei der Wasserstofftechnologie für viele mobile und stationäre Anwendungen. Wasserstoff ist der zentrale Energieträger der Zukunft. Auf dem Automobilmarkt entstehen gerade sehr viele Chancen, in der kommenden Dekade werden diese einen unglaublichen Innovationsschub auslösen. Es ist eine ausgesprochen spannende Zeit!
Wie sieht angesichts dieser Dynamik die Zukunft für Peiting aus? 
Wir rechnen stark damit, dass unser Standort weiterwächst. Die ersten Schritte sind bereits unternommen, zum Beispiel mit dem Labor für unsere Wasserstoffanwendungen. Unsere bestehenden Fachkräfte laufend weiter zu qualifizieren, zählt zu unseren Top-Prioritäten. Genauso sind bei uns neue hochspezialisierte Fachkräfte willkommen, die unser Team verstärken und mit uns die Mobilität der Zukunft gestalten möchten.
Seit mehr als einem Vierteljahrhundert folgen wir intern dem Leitsatz ‚Kein Antrieb ohne HOERBIGER‘ – und diesem Motto wollen wir treu bleiben. Der Unternehmensbereich HOERBIGER Antriebstechnik, mein Team aus der „Forschung und Entwicklung“, wir freuen uns auf die nächsten 25 Jahre!

Über HOERBIGER

HOERBIGER ist weltweit im Energiesektor, in der Prozessindustrie, in der Automobilindustrie, in der Maschinenbauindustrie, in der Sicherheitstechnik und in der Elektroindustrie tätig. 5.849 Mitarbeiter erzielten 2020 an 128 Standorten in 46 Ländern einen Umsatz von 1,031 Milliarden Euro. Unsere Produkte und Services kommen in Kolbenkompressoren, bei der Gasstrom-Regelung, in Fahrzeugantrieben, bei der Drehdurchführung, im Explosionsschutz, bei Gasmotoren und in der Automobilhydraulik zum Einsatz.

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