Kompromisslösung für Badegäste am Dietlhofer See – Südsteg wieder geöffnet – Benutzung auf eigene Gefahr

Stadt lockert Steg-Verbot

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Solche Hinweisschilder hat die Stadt am Dietlhofer See aufstellen lassen.

Weilheim – Verärgert und enttäuscht haben Bürger auf die Steg-Sperrungen am Dietlhofer See reagiert, zu der sich der Stadtrat aus sicherheits- und haftungsrechtlichen Gründen veranlasst sah (wir berichteten). Nach den teils harschen Protesten gab Bürgermeister Markus Loth nun bekannt, dass Badeleiter und Zugangstreppe des Südsteges „auf eigenes Risiko“ wieder benutzt werden dürfen.

Der Ärger nach den Steg-Sperrungen war vorprogrammiert. Besonders für Senioren birgt der seitliche Einstieg am Seeufer über glitschige Steine eine Unfallgefahr. Mit der verfügten Ausnahme, die Loth am Dienstag mit seinen beiden Stellvertretern Horst Martin und Angelika Flock bis auf Weiteres kurzfristig getroffen hat, sei „auf die Erfahrungen der vergangenen Woche reagiert“ worden, erklärte der Rathauschef gegenüber dem Kreisboten.

Alle anderen Stege an dem Weilheimer Badesee bleiben gesperrt und dürfen „nicht als Ein- und Ausstieg in den See genutzt werden“, informiert ein neues Hinweisschild an Weilheims beliebtem Badegewässer die Besucher. Das Floß wurde aus dem See entfernt, während das Schwimmkreuz als Rettungseinrichtung im Wasser verbleibt. Das Springen ins kühle Nass ist von keinem Steg aus erlaubt.

„Wir machen das nicht aus Jux und Tollerei“, rechtfertigte Loth die getroffenen Sicherheitsmaßnahmen, die bis zum Abschluss einer rechtlichen Überprüfung der Haftungsfrage notwendig seien. Seitens der Stadt werde darauf geachtet, dass das Gelände des Badesees „gehegt und gepflegt“ wird.

Die Weilheimer CSU hat Ministerpräsident Markus Söder in der Sache um Unterstützung gebeten. In dem unserer Redaktion vorliegenden Schreiben wird um Prüfung gebeten, „ob durch eine Veränderung der Gesetzeslage nicht der althergebrachte Zustand an den Badeseen erreicht werden kann“ – gemäß dem bayerischen Grundsatz „leben und leben lassen“.

Aufgrund eines Urteil des Bundesgerichtshofes zur Verkehrssicherheitspflicht und Haftung in Bädern und an öffentlich zugänglichen Seen vom 23. November 2017 sehen sich viele Gemeinden in Bayern gezwungen, ihre Badeanlagen zurückzubauen oder zu sperren, um mögliche Haftungsfälle zu vermeiden. In der Bevölkerung werden die Einschränkungen als Verlust an Lebensqualität wahrgenommen und die Verlagerung der Eigenverantwortung auf die Allgemeinheit kritisiert.

Von Maria Hofstetter

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