Entwurfsplanung für Dietmayr-Anger

Bögels Konzept setzt sich durch

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Ein historisches Stück Weilheim mit der Pöltner Kirche im Hintergrund: Blick von der Schwaigerstraße auf den bewaldeten Dietmayr-Anger, wo zentrumsnah ein Hotel und drei Blöcke mit insgesamt 90 bis 100 Wohnungen gebaut werden sollen.

Weilheim – Seit Oktober 2013 wird die geplante Bebauung des Dietmayr-Angers heftig diskutiert. In Bauausschuss und Stadtrat ebenso wie in der Bürgerschaft. Vor der Sommerpause rang sich der Stadtrat nun zu einer Entscheidung durch. Dabei hat sich das Weilheimer Architekturbüro Bögl deutlich gegen die Alternativen zweier auswärtiger Planungsbüros durchgesetzt.

Der Zuschlag für Bögl ist an die Bedingung geknüpft, dass an zwei der drei Wohnblöcke noch Verbesserungen vorgenommen werden müssen. Zuvor hatte sich der Bauausschuss einstimmig für Bögls modifizierten Plan ausgesprochen. 

Stadtbaumeister Wolfgang Frank hätte aus städtebaulicher Sicht den Vorschlag des Penzberger Architekturbüros Zach bevorzugt, der eine aufgelockerte Bebauung mit kleineren Baukörpern vorgesehen hatte. Doch weder Zach noch der weitere Mitbewerber, Sunder-Plassmann aus Greifenberg – er hatte für die Hanglage eine stangenartige Bebauung vorgeschlagen –, überzeugten den Stadtrat. Ein Knackpunkt dabei: Für die Planungen der auswärtigen Architekten fehlt ein Investor, während hinter Bögl der Weilheimer Bauträger Günter Scheurer steht. 

Sollte der Bauausschuss zur internen Überplanung des gesamten Gebietes eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben, plädierte der Stadtbaumeister für den Erhalt einer großzügigen Grünfläche im Norden – so, wie es vor Jahren schon das Starnberger Büro Graber vorgeschlagen hatte. Das Hineinführen von Grünzügen sei für das innerstädtische Klima äußerst wichtig, betonte Frank. Mit ein bisschen „Schamgrün“ sei das nicht getan. 

Die Wortmeldungen zeigten, dass man sich über das Ausmaß der Bebauung auch in den Fraktionen uneins ist. So schwang in Petra Arneth-Manganos Äußerung, dass die SPD zu keiner abschließenden Meinung gekommen sei, eine gewisse Hilflosigkeit mit. Während der SPD-Rätin Bögls Entwurf „überhaupt nicht gefällt“, drängte Dr. Claus Reindl (BfW), an der Planung festzuhalten, da die Stadt dringend Geschosswohnungsbau braucht. Grünen-Stadtrat Alfred Honisch und Stefan Zirngibl (CSU) griffen die Kritik von Bürgern an dem Weil­heimer Bauträger auf. „Es ist unfair zu sagen, dass alles, was Scheurer baut, greislig ist“, spielte Zirngibl auf Leserbriefe an, die das von Scheurer gebaute Altstadtcenter negativ bewerten. Letzteres, so Zirngibl, hätten Stadt und Planer zu verantworten: „Scheurer hat nach ihren Vorgaben gebaut.“ Florian Lechner (BfW) und Uta Orawetz (CSU) bedauerten, dass die Idee, mit einem Architektenwettbewerb weitere Vorschläge einzuholen, nicht wei- ter verfolgt worden sei. 

Wie Manfred Stork von der städtischen Bauverwaltung auf Nachfrage des Kreisboten erklärte, wurde das Münchner Büro Goldbrunner + Hrycyk, das bereits das Hardtfeld II überplant, mit dem Bebauungsplan für den Dietmayr-Anger beauftragt.

Von Maria Hofstetter

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