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Digitales Gipfeltreffen der Frauen Union Weilheim-Schongau

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Von: Bianca Heigl

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Gipfeltreffen Frauen Union Weilheim-Schongau
Am Schluss des digitalen Gipfeltreffens gab’s für Gaby Hupfauer (Mitte) Blumen und für Alexander Dobrindt ein Bergseil – mit Karabiner zum Ausklinken, wenn’s mal sein muss, wie Angelika Flock bemerkte. © Screenshot: Heigl

Region – Sie ist die erste deutsche Höhenbergsteigerin, die drei 8 000er erfolgreich erklommen hat: Gaby Hupfauer darf getrost als Pionierin der Bergsteiger-Frauen bezeichnet werden. Bei einem „Digitalen Gipfeltreffen“ begrüßte FU-Kreisvorsitzende Angelika Flock diese Bergsteiger-Legende zusammen mit Alexander Dobrindt, MdB.

Mit ihren nunmehr 74 Lebensjahren versprüht Hupfauer noch immer die Funken des Feuers, dass in ihr für die Berge brennt. Erst 2018 machte sie sich nochmals auf, den Pumori im Himalaya zu bezwingen – immerhin rund 7 000 Meter hoch. Die gebürtige Neu-Ulmerin bekam den Berg-Virus schon als Kind, denn beide Eltern waren Bergsteiger, nahmen die kleine Gaby bereits mit auf Touren. „Da war die Ausrüstung natürlich noch nicht so toll“, erzählt sie. Mit von der Mutter genähten Kniebundhosen, Trachtenjanker und leichten Bergschuhen ging’s auf den ersten 3 000er, den Großvenediger. „Mein Vater hat mich auf dem Sattel sitzen lassen und ist mit meiner Mutter weiter Richtung Gipfel. Da hab‘ ich mir gedacht, das schaffe ich auch noch und bin einfach hinterher. Und oben gab’s vom Vater eine echte Schelle“, erzählt sie.

Neben dieser und anderen Berggeschichten berichtete Hupfauer aber vor allem auch von dem schwierigen Weg für eine Frau, in der Männerdomäne Bergsteigen akzeptiert zu werden. Das habe sich erst in den 70er Jahren langsam gebessert, als die ersten Frauen auf den Mount Everest gestiegen sind. Eine reine Frauenexpedition habe es gar erst im 21. Jahrhundert gegeben. „Früher konnte man in Büchern lesen, dass Frauen der Untergang des Alpinismus sind“, so die passionierte Bergsteigerin. Auch im Alpenverein waren die Damen lange Zeit nicht erwünscht.

Frauen oft unterschätzt

Hier sah Flock auch Parallelen zur Politik, denn auch da würden Frauen gern unterschätzt. „Wir sind zwar den Männern körperlich schon unterlegen, aber Training – wie beim Bergsteigen – macht Höchstleistungen möglich“, so die FU-Kreisvorsitzende. Und dabei weiß sie, wovon sie spricht, denn als Frau von Arzt und Extrembergsteiger Dr. Karl Flock, hat auch sie schon ihre 6 000 Höhenmeter gemacht – zusammen mit der ganzen Familie auf den Kilimandscharo. „Das Gipfelglück fühlte ich erst, als wir wieder unten waren“, sagt sie über diese Erfahrung.

Den Mangel an Chancengleichheit sieht auch Bundestagsabgeordneter Dobrindt: „Da muss man Ansprüche stellen, sagen was man will!“ Aber viele Frauen in Verantwortung wie etwa Bezirksrätin Alexandra Bertl, Landrätin Andrea Jochner-Weiß, Fraktionsvorsitzende Marion Lunz-Schmieder oder eben Flock seien ein Zeichen dafür, dass sich da etwas bewegt. Dobrindt thematisierte auch den Begriff der „Seilschaften“ – im Berg lebensnotwendig, in der Politik anrüchig. „Das tut mir weh, dass dieser Begriff in der Politik so negativ dargestellt wird“, so Hupfauer.

Die Bergsteigerin ist aber nicht nur auf den Gipfeln glücklich. Auch die vielen Begegnungen mit fremden Kulturen waren ihr stets eine Bereicherung. Und so kam es dann, dass sie 2016 als Volontärin im Kinderhaus der Nepalhilfe Beilngries arbeitete. Und noch heute hält sie den Kontakt zu dem Haus. „Ich hab‘ da alles mögliche angeschleppt, zum Beispiel eine Nähmaschine, damit die Kinder ihre Kleidung reparieren können“, erzählt die „German Oma“, wie sie von den Kindern genannt wird.

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