Aktion "Discofieber" in Weilheim warnt vor tödlichen Folgen von verantwortungslosem Fahren

"Ein Auto ist kein Spielzeug"

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Vor der Stadthalle demonstrierten die Rettungskräfte an zwei Schrottautos und an fiktiven Verunglückten das Vorgehen nach einem Verkehrsunfall.

Weilheim – Die Flutlichter gehen aus, es wird still auf dem Volksfestplatz, der Regen prasselt auf die versammelten Rettungskräfte, Unfallautos und Teilnehmer der Aktion „Discofieber“.

Es ist ein Moment der Stille, der nicht nur das Ende der Veranstaltung markiert, sondern den jungen Erwachsenen die Endgültigkeit des Todes aufzeigt. Denn, einer der „Verunglückten“ hat den Unfall nicht überlebt. Zum Glück war das nur eine Übung, doch im Ernstfall hätte es einen Menschen das Leben gekostet. „Einer weniger, der in die Unfallstatistik einfließt, ist ein Erfolg“, betonte Petra Keller vom Organisationsteam der Brücke Oberland. Seit über zehn Jahren wird drei Mal im Jahr – in Weilheim, Peißenberg und Schongau – die Aktion „Discofieber“ organisiert. Anschaulich und eindringlich werden dabei Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Konsequenzen von unüberlegtem und verantwortungslosem Handeln im Straßenverkehr vermittelt. In Berichten erzählten unter anderem Rettungskräfte und auch Notfallseelsorger Pfarrer Dirk Wollenweber von Unfällen. Ergänzt wurden diese durch Fotos und Filme. „Ich bin tatsächlich auch überrascht von den Filmen und berührt“, so Steffi Engel-Jugovic, Verkehrserzieherin der Polizeiinspektion Weilheim. Und das, obwohl sie selbst auch bei Unfällen dabei ist, „aber da bin ich dann im Arbeitsmodus“. „Uns ist wichtig, dass es nicht der erhobene Zeigefinger ist“, stellte Keller klar. Es geht darum, das Verantwortungsbewusstsein zu schärfen. „Ein Auto ist kein Spielzeug“, so Keller. Draußen vor der Stadthalle demonstrieren das BRK, die Feuerwehr und die Polizei in einer Simulation den Teilnehmern, wie ein Unfall aussehen kann und welche Abläufe dann stattfinden. Spätestens am Ende der Aktion dürfte allen klar geworden sein, welche Verantwortung jeder Einzelne für das Leben aller trägt. Und, wer feiert und trinkt, sollte auf keinen Fall mehr selbst Auto fahren. „Das Leben ist schön. Gehen wir behutsam damit um“, so Wollenweber. Mit viel Einsatz sind die Organisatoren von der Brücke Oberland Keller und Tobias Tschech sowie die Rettungskräfte bei der Aktion mit dabei. Knapp 50 Teilnehmer waren am Montag in der Stadthalle anwesend. Keller hofft, dass in Zukunft wieder mehr dabei sein werden.

Von Melanie Wießmeyer

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