Doppelausstellung zum Thema "Depression" im Gesundheitsamt in Weilheim

Gefühle visualisiert in Bild und Figur

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V. li.: Ingo Remesch, Barbara von den Driesch, Christoph A. Hellhake, Dr. Stefan Günther, Dr. Karl Breu, Regina Bartusch, Roland Schwalb und Adelheid Meyer.

Weilheim – Mit der kombinierten Ausstellung „Seelen-Blick“ von Christoph A. Hellhake und „Bitte stör mich – Gemeinsam stark gegen Depressionen“ mit Skulpturen der elften Klasse des Gymnasiums Weilheim endet das Jahresthema „Psychische Gesundheit“ des Bayerischen Staatsministeriums am Gesundheitsamt in Weilheim.

Die Doppelausstellung kann bis zum Freitag, 28. April, im Gesundheitsamt, Eisenkramergasse 11, besucht werden. Öffnungszeiten: Montag bis Mittwoch von 8 bis 16 Uhr, Donnerstag von 8 bis 18 Uhr und Freitag von 8 bis 12 Uhr.

Die Fotoausstellung „Seelen-Blicke“ von Hellhake zeigt Porträts von Menschen, die alle aufgrund von psychischen Erkrankungen im Einrichtungsverbund ReAl Isarwinkel in Behandlung waren. Zur Zeit der Aufnahmen ging es allen bereits viel besser und, wie Dr. Arnold Torhorst es beschreibt, Hellhake hat „die gesunde Seele auf den Fotos eingefangen“. Der Gedanke zur Porträtierung entstand 2009, nachdem der Fotograf für Aufnahmen der Einrichtung bei ReAl war. „Ich sagte, ‚lass uns doch auch Patienten fotografieren‘. Ich habe die Frau auf dem ersten Foto in einem starken Moment erwischt und da entstand die Idee für eine Ausstellung.“ Die Menschen auf den Fotos scheinen auf eine ruhige, unmittelbare Art den Betrachter anzusprechen und zur Reflexion einzuladen.

Einen anderen Blickwinkel zum Thema „Depression“ bieten die Skulpturen aus Plastilin der Elftklässler des Gymnasiums. Gemeinsam mit der Kunstlehrerin Charlotte Thanner erarbeiteten sich die Schüler in sieben Dreier- oder Vierergruppen das Thema und schufen kleine Szenen. Sensibilisiert wurden die Schüler für das Thema der depressiven Erkrankungen im Gespräch mit Mitarbeitern des Gesundheitsamts. Thanner zeigte ihnen dann den Weg, die Eindrücke und Empfindungen künstlerisch auszudrücken. Die Ausstellung ist für die Elftklässler außerdem ein Zeichen, dass Kunst nicht nur im stillen Kämmerlein praktiziert wird und „auch ins aktuelle Geschehen passt“, wie stellvertretende Schulleiterin Adelheid Meyer feststellte. Begleitet werden die sieben Figurengruppen von kurzen Texten, die zum einen eine Erklärung zum anderen einen Aspekt der Depression darstellen.

„Ich bin beeindruckt, wie ernsthaft sich die Schüler mit dem Thema auseinandergesetzt haben“, so Dr. Stefan Günther, Sachgebietsleiter Humanmedizin. Er erklärte, dass die Ausstellung zwar das Ende der Kampagne markiere, das Engagement im Bereich psychischer Gesundheit selbstverständlich weiter gehe. „Die wirkliche Arbeit mit den Betroffenen geschieht täglich im Kleinen“, betonte Günther.

Regina Bartusch, dritte Landrätin von Weilheim-Schongau, verwies in ihrer Ansprache zur Ausstellungseröffnung darauf, dass „Depressionen in jeder Phase des Lebens auftreten können“. Gerade auch Kinder und Jugendliche seien immer mehr davon betroffen. Je früher Betroffenen geholfen werden kann, desto besser. „Es ist keine Schande, nicht immer zu funktionieren“, sagte Bartusch.

Die Ausstellung auf den Weg gebracht hatten Ingo Remesch und Barbara von den Driesch (Gesundheitsregionplus) vom Gesundheitsamt und das Team.

Von Melanie Wießmeyer

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