Überlegungen werden konkreter

Ergebnisse der Fragebogenaktion und Rentabilitätsberechnung für Haider-Dorfladen vorgestellt

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Unternehmensberater Wolfgang Gröll bei der Vorstellung der Ergebnisse der Fragebogenaktion auf der Bürgerversammlung.

Haid– Nachdem es in der ersten Bürgerversammlung zu diesem Thema hauptsächlich um das „Ja“ oder „Nein“ ging, wurde in der zweiten bereits über Details diskutiert.

„Das ist für mich das Zeichen, dass der Dorfladen gewollt und möglich ist“, urteilte Wessobrunns Bürgermeister Helmut Dinter, der zu den gut 60 Anwesenden im Schützenheim gehörte, die sich für die neuesten Informationen zu dem Projekt, darunter die Ergebnisse der Fragebogenauswertung, interessierten. „Ich freue mich, dass trotz Champions League Halbfinale so viele da sind“, zeigte sich Wolfgang Soglowek vom Arbeitskreis Dorfladen mit dem Zuspruch zufrieden.

Lob gab es von ihm auch für die Beteiligung an der Fragebogenaktion. „Wir haben 240 zurückbekommen, das ist ein guter Wert“, urteilte Soglowek. Unternehmensberater und Dorfladenspezialist, Wolfgang Gröll, stellte im Anschluss die Detailergebnisse der Befragung vor. Unter anderem ging daraus hervor, dass 87 Prozent der Haider Bürger in dem Dorfladen, der ein Lebensmittelsortiment, eine Postagentur, einen Geschenkeladen und ein Café umfassen soll, einkaufen würden. Darüber hinaus könnten sich 35 Prozent der Haider vorstellen, sich auch finanziell an solch einem Laden zu beteiligen. „Der Mindestanteil liegt bei 250 Euro“, führte Gröll dazu aus. Insgesamt sollen dabei aus Haid zwischen 6 000 bis 13 000 Euro zusammenkommen, die den Grundstock für ein geplantes Eigenkapital von 25 000 bis 50 000 Euro bilden würden. Die weiteren Mittel für die Anlaufkosten, die Groll mit gut 93 000 Euro bezifferte, kämen über Kredite. In seiner Modellrechnung, die Öffnungszeiten von 42 Stunden und einen Jahresumsatz von circa 290 000 Euro vorsehen, würden in den ersten beiden Jahren noch Verluste entstehen. „Ab dem dritten kann man positiv arbeiten“, erklärte Gröll.

Aus dem Arbeitskreis erfolgten im Anschluss Ergänzungen, bei denen beispielsweise von 20 Euro Wochenumsatz gesprochen wurde, die die 200 Haushalte, die als Kunden ins Auge gefasst werden, liefern müssten, um den Dorfladen rentabel zu halten. Neben der Einkaufsmöglichkeit kam zudem seine Funktion als Treffpunkt und soziales Zentrum in Haid zu Sprache. „Es ist noch viel Weg zu gehen“, meinte Soglowek. „Der Bedarf ist da, die Rahmenbedingungen haben sich geändert und auch die Geiz-ist-Geil Mentalität wandelt sich“, sieht Soglowek, nach dem Aus des letzten Dorfladens in Haid vor 16 Jahren, gute Chancen im neuen „Keller-Liesl-Haus“, in dem zudem Wohnungen und ein Mehrzweckraum geplant sind, einen Neuanfang zu starten.

„Die Gemeinde muss jetzt aber erst ein Gebäude bauen“, bremste Dinter zum Abschluss die Euphorie. „Im Arbeitskreis sollten jetzt die Detailfragen aufgegriffen werden“, lautete zudem der Vorschlag des Rathauschefs.

Auch wenn er zur Zeitachse für das Projekt keine Angaben machen konnte, versprach er den Anwesenden eines. „Was auf dem Grundstück passiert, muss für die Gemeinde keinen Gewinn abwerfen“.

Von Roland Halmel

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