Drei Tage bayerische Tradition pur – Die 58. Huosigau-Heimattage waren ein Bekenntnis zu Heimat und Brauchtum

Der Bursche wirbt, das Madl dreht sich im Kreis.

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GEORG MÜLLER, Weilheim – Drei Tage und Abende lang war die Kreisstadt das Zentrum gelebten Brauchtums. Weilheim präsentierte sich den rund 80 Vereinen aus dem Huosigau und ganz Bayern als vorbildlicher Gastgeber. Für die Organisation der Heimattage gab es von allen Beteiligten hohe Anerkennung. „Ich will nicht übertreiben, aber das war eine traumhafte Sache. Weilheim und der Gau haben sich von ihrer besten Seite präsentieren können. Alle, die zur Organisation und zum Ablauf beitrugen, verdienen ein ganz besonderes Lob“, schwärmte Michael Greif, Vorsitzender des Heimat- und Trachtenvereins Weilheim, am späten Sonntagnachmittag mit einem breiten Lächeln. Die traumhafte Sache begann bereits am Freitag mit einem eindrucksvollen Heimatabend im Festzelt auf dem Volksfestplatz. Blasmusik und selten gezeigte Tänze aus dem Gau trieben die Temperaturen und die gute Laune schnell nach oben. Das Motto lautete „Dahoam im Huosigau“. Die Trachtenvereine im Huosigau marschierten auf und stellten mit ihren Patenvereinen die Lebensfreude des Oberlandes in Musik, Tanz und Tracht dar. Knapp 1 000 Besucher dürften sich dazu im Festzelt eingefunden haben. Die Schirmherrin, Landtagsabgeordnete Renate Dodell (CSU), bescheinigte den rund 80 anwesenden Vereinen, mit ihren Trachten ein Bekenntnis zu Tradition, Brauchtum und Heimat zu demonstrieren. „Sie sind ein Vorbild für die Jugend. Ich wünsche Ihnen ein bäriges Fest“ sagte sie. Weilheim – Nach der Eröffnung ging es weiter im Festzelt mit Kronen- und Sterntanz, Mühlradl, Sternpolka, Birkenstoaner und den Weil-heimer Goaßlschnalzern. Gemeinsam brachten sie ein farbenfrohes, vor Lebenslust sprühendes Programm auf die Bühne. Das Programm, aufwändig vorbereitet und gestaltet unter der Regie von Xaver Kastl, zeigte die Vielfalt der Gewänder, den Reichtum an Volkstänzen und Musik und vor allem die Lebendigkeit des Huosigau, der mit starker Jugend aufmarschierte. Mit dem berühmten Kronentanz beendete der Volkstrachtenverein Peißenberg das Festprogramm. Dazwischen zog so mancher Festzeltbesucher den Kopf ein, denn die Weilheimer Goaßlschnalzer sprangen immer wieder mal wild auf die Tische und zeigten die alte Disziplin der Bierkutscher, eindrucksvoll von Friedl Entenmann mit Musikstücken begleitet. Der Samstag gehörte den um den Ehrenpreis des bayerischen Ministerpräsidenten wetteifernden Plattlern. Rund 250 Paare, von den jüngsten Teilnehmern (unter neun Jahren) bis zur Ehrenklasse der über 60-Jährigen, zeigten beim Vergleich um den „Bayerischen Löwen“, dem größten Plattl-Wettbewerb der Welt, ihr Können in Haltung, Takt, Kreis und schön geschwungener Rockglocke beim Drehen der Partnerin. Am Schluss gab es für die Weilheimer zwar keinen ersten, aber immerhin einen sehr guten zweiten Platz bei den jugendlichen Aktiven und den siebten in der Gruppenwertung. Blieben die Trachtler am Freitag und Samstag noch weitgehend unter sich, wurde der Sonntag mit dem Festgottesdienst und Festzug durch die Stadt zu einer Demonstration bayerischen Lebensgefühls unter einem strahlend weiß-blauen Himmel. Bereits lange vor dem offiziellen Start am Volksfestplatz eilten die Weilheimer zu den besten Plätzen entlang der etwa dreieinhalb Kilometer langen Strecke und feuerten später Musikanten mit Tuba auf dem Fahrrad oder mit forschem Schritt zum Treff eilende Zugteilnehmer gut gelaunt an. Tracht war natürlich auch bei den Zuschauern obligat. Das lange Warten lohnte sich, denn der 88 Gruppen zählende Festzug aus etwa 3 000 Teilnehmern, sieben prächtigen Gespannen und über 34 Musikkapellen und Trommlerzügen war in seiner Vielfalt ein wahrer Farben- und Klangrausch. Selbst die kleinsten Trachtler auf Vaters oder Mutters Arm oder im geschmückten Handwagen hielten durch. Beim Festausklang waren alle begeistert. „Wir nehmen viele schöne Eindrücke aus Weilheim mit. Alles hat gepasst, das Wetter, die Organisation, das Wiedersehen mit alten Freunden. Jeder Tag war ein Höhepunkt“, schilderten Teilnehmer des Vereins Steinebach/ Wörthsee ihre Erlebnisse.

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