Musica Sacra International

Drei Weltreligionen präsentieren ihre Musik in Weilheim

Musica Sacra International in Weilheim
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Im Mittelpunkt des Musica Sacra International stand die Musik mit all ihren Facetten, ihren Unterschieden, aber auch ihren Gemeinsamkeiten.
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Im Mittelpunkt des Musica Sacra International stand die Musik mit all ihren Facetten, ihren Unterschieden, aber auch ihren Gemeinsamkeiten.

Weilheim – Es war ein Abend der Gegensätze. Bei einem Konzert in der Stadtpfarrkirche im Rahmen des Festivals Musica Sacra International zeigte sich, wie unterschiedlich Religionen ihren Glauben musikalisch ausdrücken. Es wurde aber auch deutlich, dass sich alles zu einem harmonischen Ganzen zusammenfügen kann.

„Zwischen Religionen ist ein Weg des Friedens möglich“, zitiert Pfarrer Engelbert Birkle aus einem Text von Papst Franziskus zum Thema Geschwisterlichkeit. Die drei Auftritte an diesem Abend durch das Ensemble Zekher (Judentum), Renkei Hashimoto (Buddhismus) und Jabulani (afrikanisches Christentum) füllen die Worte des Papstes schließlich mit Leben. Alle drei Darbietungen stehen gleichwertig nebeneinander. Es geht nicht um Wertungen. Im Mittelpunkt steht das Vermitteln der einzelnen Musikkulturen. Etwas, dass sich vor allem das Ensemble Zekher zur Aufgabe gemacht hat, wie dessen Mitbegründerin Tina Frühauf als Einleitung sagt. Man wolle Werke jüdischer Musik, insbesondere Kammermusik, den Menschen näher bringen machen.

Der Weilheimer Jürgen Geiger, ebenfalls Mitbegründer des Ensembles, spielt an der Orgel Teile der „Fünf Fest-Präludien“ von Louis Lewandowski. Dieses Werk ist wichtigen jüdischen Feiertagen gewidmet. So wie etwa dem Neujahr. Das traditionelle melodische Motiv, das die Gebete an Rosch Haschana durchdringt, eröffnet das erste Präludium. Feierlich und kraftvoll mutet das Stück an.

David Nowakowskys Präludium zum Abend am Purimfest lässt der Organist Geiger an diesem Abend ebenfalls erklingen. Es ist eine dieser Melodien, die man schon einmal gehört hat. Sie zuzuordnen fällt allerdings schwer. Mit Geigers Vorführung wird sie in Kontext gesetzt. Die Melodie basiert auf „Gey ikh mir shpatsirn“ (Ich gehe spazieren). Eine fröhliche und unbeschwerte Musik, die damit gut zur Atmosphäre des Purimfestes passt, an dem es traditionell heiter zugeht und das Leben gefeiert wird.

Auf die Orgel folgt die Bambusflöte. Die Japanerin Renkei Hashimoto spielt darauf traditionelle, seit dem 14. Jahrhundert überlieferte religiöse Musik der japanischen Zen-Mönche Komuso. Bei dem Stück „Honte Chôshi“ steht der Atem im Mittelpunkt. Er soll helfen, im Einklang mit dem Körper zu sein. Im Hier und Jetzt. Das gilt sowohl für Musiker als auch für Zuhörer. Und tatsächlich hat die Musik, die Hashimoto spielt, eine beruhigende Wirkung. Die Töne sind lang und ruhig. Immer wieder unterbrochen von Stille, in denen die Musikerin Luft holt. Hin und wieder huscht in diesem Moment ein Lächeln über ihr Gesicht. Hashimoto sitzt im Schneidersitz auf dem Boden. Ihr Oberkörper bewegt sich sachte mit der Musik. Trotz der minimalistischen Darbietung ist ihr Ausdruck stark.

War es beim Orgelspiel das Vibrieren des Holzbodens, dass den Einfluss der Musik auf den Körper verdeutlichte, so wurde nun der Atem beeinflusst. Er schien mit den Tönen der Bambusflöte zu kommen und zu gehen.

Größer hätte der Kontrast zur anschließenden Musik von Jabulani nicht sein können. Jabulani, das ist eine Band bestehend aus dem Leiter und Tenor Collins Nyandeje (Kenia) sowie den Sängerinnen Naomi Ijegbor (Uganda) und Pascaline N‘ snda (Kongo). Unterstützt werden sie erstmalig von dem Allgäuer Magnus Dauner am Schlagzeug. Zusammen spielen sie afrikanischen Gospel.

Gleich zu Beginn macht Collins klar: Einfach nur zuhören, geht nicht. Mitsingen ist zwar unter den Corona-Bedingungen nicht möglich. Mitklatschen und tanzen hingegen schon. Wobei die Musik sowieso gar nichts anderes zulässt. Schnelle Rhythmen und kraftvolle Stimmen drücken pure Lebensfreude aus. Die Lieder werden teils in Englisch, teils in verschiedenen afrikanischen Sprachen dargeboten.

Pfarrer Birkle zieht nach diesem Auftritt das Fazit: „Wenn sogar das Allgäu mit Afrika in einen Rhythmus kommt, dann gibt es für Vieles Hoffnung.“

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Rubriklistenbild: © Bertram Maria Keller / MODfestivals

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