Nach schwerem Fahrradunfall

Dringlichkeitsantrag im Weilheimer Stadtrat

Ausfahrt in der Nähe des Fast-Food Restaurants McDonald´s in Weilheim
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Diese Stelle birgt für Radler Gefahren.

Weilheim – Nach einem schweren Fahrradunfall bei der Ausfahrt in der Nähe des Fast-Food Restaurants McDonald´s drängt die Stadtrats-Fraktion der BfW auf schnelles Handeln.

„Seit Jahren schon ist es allgemein bekannt, dass der Bereich der Ausfahrt aus dem Neidhart Einkaufspark bei McDonald´s für Radfahrer große Risiken in sich birgt“, schreibt stellvertretender Fraktionsvorsitzender Dr. Claus Reindl in einem Dringlichkeitsantrag. „Nach meiner Jahrzehnte langen Erfahrung mit diesem Kreuzungsbereich kommt es dort täglich zu vielen brenzligen Situationen, die nur durch schnelles Reagieren von Radfahrern und Autofahrern gerade noch positiv ausgehen.“ Viele leichte Kollisionen würden zudem nicht aktenkundig, da sie meist ohne Schäden ausgingen. Kürzlich aber kam es zu einem Unfall zwischen einem Fahrradfahrer und einem Pkw, wobei der Radler per Helikopter mit schweren Rückenverletzungen abtransportiert werden musste.

„Nach meiner Beobachtung liegt das Problem an besagter Kreuzung vor allem darin, dass die aus dem Parkplatz mit Rechtsfahrgebot Ausfahrenden zum einen das angebrachte Stoppschild missachten und beim flotten Ausfahren ihren Blick nur nach links auf die Stadt einwärts fahrenden Kfz richten.“ Die Fahrzeuglenker würden gar nicht erst nach rechts zu den stadtauswärts radelnden Verkehrsteilnehmern auf dem Geh- und Radweg blicken, „da der Kfz-Verkehr von rechts für ihren Einbiegevorgang keine Bewandtnis hat“.

Daher fordert Reindl im Namen der BfW, „dass an besagter Einmündung umgehend kurzfristig Maßnahmen getroffen werden, damit das dargestellte Gefahrenpotential reduziert wird“. Dies könne zum Beispiel durch ein Signet, das in Form eines Stoppschilds auf die Ausbiegespur angebracht wird, geschehen. Besser noch sei eine Fahrbahnschwelle, die die Autofahrer zum langsamen Anfahren der Kreuzung zwingt. Außerdem sollten die schon lange in der Schublade befindlichen Ausbaupläne für ein Radeln auf der Ostseite der Münchener Straße umgesetzt werden, damit das Fahrradfahren stadtauswärts nicht mehr über die gefährlichen Ausfahrten erfolgen müsse. Dafür bestehe im Haushalt ein jährliches Budget von 300 000 Euro, „das in den letzten beiden Jahren meines Wissens bei Weitem nicht ausgeschöpft wurde“.

Die Stellungnahme des Ordnungsamtes trug im Anschluss Stadtbaumeisterin Andrea Roppelt-Sommer vor. Die Ausfahrtssituation sei bereits mehrmals im Verkehrsausschuss behandelt worden. Es wurde ein Stoppschild für die ausfahrenden Fahrzeuge und eine tiefrote Radwegemarkierung zur Verdeutlichung der Vorfahrtsberechtigung der Radfahrer angebracht. „Um nicht eine Überfrachtung von Verkehrseinrichtungen in diesem Bereich herbeizuführen, die letztlich zu einer Überforderung der Verkehrsteilnehmer führt, sollte hierzu im Zuge des Radwegekonzeptes eine Stellungnahme der Firma Gevas eingeholt werden“, erklärt Roppelt-Sommer. Zur aktuellen Haushalts- und Planungssituation der Tiefbauabteilung des Stadtbauamtes wird angeführt, dass seit 2019 jeweils 350 000 Euro für Radwegemaßnahmen (darin auch der Radweg Münchener Straße Ost) zum Haushalt angemeldet wurden.

Auf Grund der Pandemiesituation wurde der Radwegebau 2019 und 2020 zurückgestellt. Aus den Haushaltsresten 2020 seien nur circa 74 000 Euro auf 2021 übertragen worden. „Der weitere Ansatz des Stadtbauamtes für 2021 in Höhe von 350 000 Euro wurde auf 100 000 Euro eingekürzt.“

Daher ständen für Radwegemaßnahmen (auch Unterhalt) in 2021 nur Mittel von circa 174 000 Euro zur Verfügung. Darin steckt „ein notwendiger Anteil in Höhe von 15 000 Euro für anteilige Planungskosten am Radweg Weilheim-Seeshaupt.“ Die verbleibenden circa 159 000 Euro würden für die Detailplanung, den Grundstücksankauf, die Ausschreibung und vorbereitende Arbeiten zum Abschnitt 1 (Kreisel Töllernsenke bis Ausfahrt Aldi) wohl ausreichen. „Bei der Kostenberechnung in Höhe von 377 500 Euro für den Bauabschnitt 1 aus dem Jahr 2019 wird ein eigentlicher Baubeginn erst im Frühjahr 2022 – nach Genehmigung des neuen Haushalts – möglich sein“, berichtete Roppelt-Sommer.

Letztendlich wurde das Stadtbauamt beauftragt, die Detailplanung, Grundstückskäufe, Ausschreibung und vorbereitende Arbeiten zum Bauabschnitt 1 des Radwegs Münchner Straße Ost mit den im Haushalt 2021 vorhandenen Mitteln einzuleiten.

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Von Kreisbote

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