CSU macht Wahl zur Herzenssache

Dritte Bürgermeisterin Angelika Flock will auf Chefsessel im Weilheimer Rathaus

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Auch bei der Dekoration dominierten die Herzen: Angelika Flock und Frank Dittmann (am linken Bistrotisch) präsentierten die KandidatInnen für den nächsten Stadtrat.

Weilheim – Engpässe in der Kinderbetreuung beheben, ökologische Wohnviertel entwickeln, ein innerstädtisches Verkehrskonzept erstellen... „Es gäbe so viel zu tun für eine engagierte Bürgermeisterin in Weilheim“, findet Angelika Flock.

Warum die BürgerInnen für die nächsten sechs Jahre sie auf den Chefsessel wählen sollen und was sie mit ihrem Team in der Stadt voranbringen möchte, erklärte die dritte Bürgermeisterin beim Neujahrsempfang. Martin Wagner führte die zirka 200 Gäste im Haus der Begegnung durch das zweieinhalb Stunden dauernde Programm, das mit einer Live-

schaltung nach Berlin zu MdB Alexander Dobrindt begann. Wegen dortiger Sitzungen unabkömmlich übermittelte der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag seine Neujahrswünsche via Bildschirm und stellte fest: „Weilheim ist reif für eine CSU-Bürgermeisterin.“

Die politische Konkurrenz bekam im Laufe des Abends mit verbalen Spitzen, wie „wenn man kopiert wird, zeigt das, dass man auf dem richtigen Weg ist“, ihr Fett weg. Ortsvorsitzender Frank Dittmann kündigte an, dass die von der CSU initiierten Tage des Sports, der Gesundheit und des Sozialen fortgeführt werden, „um die Bürger an das Angebot der Stadt heranzuführen“. Dass im Stadtrat „fair und respektvoll“ miteinander umgegangen wird, berichtete Marion Lunz-Schmieder. Weilheim, so die Fraktionsvorsitzende, werde demnächst „ein stilles, modernes Örtchen für alle“ haben, nachdem als Ersatz für die marode WC-Anlage am Stadtmuseum ein zentrumsnaher Platz gefunden worden ist.

Auch die Überbringer der Grußworte wiesen auf Erreichtes hin: Zwei Drittel des Bezirkshaushalts von Oberbayern werden in die soziale Sicherung investiert, verlautete Bezirksrätin Alexandra Bertl. MdL Harald Kühn ging auf die Ernennung Weilheims zum Oberzentrum und damit verbundene Vorteile, etwa bei Standortentscheidungen, ein.

„Die Infrastruktur im Landkreis auf den Weg bringen“ gab Landrätin Andrea Jochner-Weiß als ein Ziel für die nächste Wahlperiode aus. Für die Schulen habe der Landkreis ein 120 Mio. Euro Investitionsprogramm aufgelegt, wobei mit dem Neubau der gewerblich-technischen Berufsschule in Weilheim (rund 70 Mio.) das größte Projekt zu stemmen sei. „75 Prozent der Fachgewerke sind vergeben, und wir sind immer noch im Kostenplan“, führte die Land-

rätin aus. Das Weilheimer Krankenhaus wurde für 50 Mio. Euro saniert, „25 Millionen kommen vom Landkreis“. Auch dank „ungewöhnlicher Werbeaktionen“ konnte die Krankenhaus GmbH laut Jochner-Weiß 30 Ärzte und 100 Pflegekräfte einstellen.

Flock umriss ihre Ideen und Ziele für Weilheim. Als dritte Bürgermeisterin habe sie viele Einblicke in das Leben der Stadt und in die Verwaltungsarbeit gewonnen und erkannt, dass es „für viele wichtig ist, dass die Stadt ihnen mit einem menschlichen Gesicht begegnet und nicht nur amtlich“. Die 60-Jährige könnte sich für Weilheim eine Fachhochschule, eine Uniklinik vor Ort oder eine Markthalle mit regionalen Produkten vorstellen. Die Erweiterung der Infrastruktur, forderte Flock, müsse bei der Ausweisung neuer Wohnbauten Priorität haben. Sie sprach sich für eine „nachhaltige Symbiose von Natur, Fortschritt und Mensch“ aus, wobei „der Mensch“ für Flock „im Vordergrund“ steht. Zum Auffüllen des leeren Stadtsäckels brauche es eine „moderate Ansiedlung von sauberem Gewerbe“. Eine Westumfahrung, die die Eichtweide und alle Gewerbegebiete „wie eine Perlschnur aneinanderreiht“, mache am meisten Sinn. Flocks „Herzenswunsch“, eine Geburtenstation, für die sie sich seit Jahren intensiv eingesetzt habe, könne vor Ort nicht gelöst werden. Hier müsse „an höherer Stelle angesetzt werden. „Ich gebe nicht auf“, versprach Flock mit Verweis auf die gute Vernetzung in alle politischen Ebenen und empfahl sich den Wählern als Frau, die sich „tatkräftig, mit Elan und Herz für alle“ einsetzt. 

Von Maria Hofstätter

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