Holzkohle und Knappentrunk

Verein "Bier und Tradition" veranstaltet 3. Peißenberger Köhlertage

Peißenberg – „Wir hatten keine Ahnung, was ein Köhler macht“, erinnert sich Lothar Wagner, Vorstand des Vereins „Bier & Tradition“ zurück an einen Ausflug, den er mit Vereinskollegen an die Tschechische Grenze in die Nähe von Wunsiedel machte. Doch was an diesem Tag als Idee begann, hat sich etabliert: Zum dritten Mal finden in diesem Jahr die Peißenberger Köhlertage statt.

Etwa 2 000 Besucher kamen zur letzten Auflage vor zwei Jahren. „Die Kohle war in zweieinhalb Stunden verkauft“, sagt Wagner. Für dieses Jahr hat er daher mehr Holz eingeplant. Statt zehn Ster Buchenholz werden in diesem Jahr 14 Ster zu Kohle verwandelt. Doch bevor die Besucher am Samstag, 6. Juli, ab 10 Uhr die Säcke mit Holzkohle – zehn Kilo kosten 13 Euro – kaufen können, gibt es ein elftägiges Programm. Zunächst muss der Meiler aufgebaut werden. Und das ist eine Kunst für sich. Drei Tage dauert es, bis um einen gestapelten Kamin das Holz geschlichtet ist, der Berg mit „Dax“ abgedeckt und schließlich mit Lösche – der kleinteiligen und staubigen Kohle aus dem letzten Meiler – abgedichtet ist. Am Freitag, 28. Juni, um 18 Uhr darf Bürgermeisterin Manuela Vanni dann feierlich den Meiler entzünden. Doch dann beginnt erst die Arbeit, die die meiste Zeit in Anspruch nimmt. Tag und Nacht muss der Meiler beobachtet werden. Risse darf die äußerste Schicht nicht haben. „Der Meiler darf nie zu viel Luft bekommen“, erklärt Wagner. Denn dann würde das Holz anfangen zu verbrennen und nicht zu Kohle werden, sondern zu Asche. Daher wird die Lösche mit Wasser feucht gehalten und nur gezielt werden Löcher gemacht, um das richtige Maß an Sauerstoff an das Holz zu lassen. Die 36 Vereinsmitglieder wechseln sich in Schichten ab, damit der Meiler auch 24 Stunden am Tag überwacht werden kann. 600 Grad hat es im Meiler, in dem die Kohle neun Tage braucht, bis sie fertig ist. Nicht nur der Meiler ist einzigartig im Landkreis, auch den Knappentrunk, den der Verein selbst braut, gibt es nur am Festplatz in Peißenberg. Für 2,50 Euro wird es die Halbe geben (nur am 5. Juli 3,50, dafür kein Eintritt bei William Wetsox) und auch „Einklemmte“, Bratwürste in der Semmel mit Sauerkraut, gibt es. Waltraud Stich, Kassiererin des Vereins, verrät ihren persönlichen Geheimtipp: „Das Schönste ist es, spät am Abend einfach einmal am Meiler zu sitzen und das Ambiente zu genießen.“

Von Ursula Gnadl

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