Duales Studium "eine Erfolgsstory" – Minister Heubisch informiert sich bei K&L über Ausbildung des Führungsnachwuchses

Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang Heubisch (FDP, 6.v.re.) zeigte sich bei seinem Besuch in der K&L-Firmenzentrale von den Vorteilen eines dualen Studiums angetan. An dem Gespräch nahmen unter anderem K&L-Vorstand Susanne Ruppert (5.v.li.), Mitarbeiter des Modehauses, Vertreter der FH Erding, der FDP und aus den Schulen teil. Foto: Hofstetter

Sie arbeiten „ziel- und handlungsorientierter“, sind „belastbarer als vergleichbare Vollzeitstudierende“ (Prof. Binninger) und schließen ihr Studium bereits nach sechs Semestern mit dreijähriger Berufserfahrung im eigenen Betrieb ab: Das Unternehmen K&L nutzt die Vorteile der dualen akademischen Ausbildung und rekrutiert seinen Führungsnachwuchs in Kooperation mit der Fachhochschule (FH) für angewandtes Management Erding selbst.

Staatsminister Dr. Wolfgang Heubisch (FDP) zeigte sich bei seinem Besuch in der Weilheimer Firmenzentrale überrascht, welche Vorteile dieses Studiensystem für ein Textilhandelsunternehmen wie K&L bringt. Die Arbeitswelt ist anspruchsvoller und schnelllebiger geworden. Dies gilt auch und gerade für die Modebranche mit häufig wechselnden Trends und kurzen Produktionszyklen. K&L investiert „kontinuierlich und umfassend“ in die Bildung seiner Teamkollegen, erfuhr der Wissenschaftsminister von Vorstand Susanne Ruppert. 2008 erweiterte das Familienunternehmen seine 1984 eingeführte duale Ausbildung um ein berufsbegleitendes Fachhochschulstudium. „K&L bietet im kommenden Semester wieder Studienplätze zum Bachelor of Arts Betriebswirtschaft an“, warb Personalleiterin Sabine Salvamoser um ambitionierte Schulabgänger und wies auf ein weiteres Studienangebot zum „Bachelor of Science Wirtschaftsinformatik“ in Kooperation mit der FOM Hochschule München hin. Das Modehaus nimmt mit dem dualen Studienkonzept eine Vorreiterrolle in der Region ein, erfuhren Heubisch und die Vertreter der Schulen, die zu dem Austausch geladen waren. Aktuell sind bei K&L in Weilheim 33 Nachwuchskräfte in Ausbildung – vom Kaufmann im Einzelhandel bis hin zum Bachelor. Dass das anspruchsvolle Konzept von den Studierenden viel abverlangt, war den Ausführungen von Prof. Dr. Franz-Michael Binninger von der privaten FH Erding zu entnehmen, für den die duale akademische Ausbildung eine „Erfolgsstory“ darstellt. Kleine und mittelständische Betriebe könnten sich so „im internationalen Wettbewerb um die besten Talente“ solide positionieren, betonte Binninger. K&L hat auch für Sophie Köpf aus Böbing und die Raistingerin Verena Graf die Studiengebühren übernommen und während des Studiums eine monatliche Vergütung bezahlt. „Es war ein Kraftakt, der sich gelohnt hat“, steht für die Bachelor-Absolventin Köpf fest, die diesen Schritt trotz stark eingeschränkter Freizeit „nie bereut“ hat. Graf ist vom Weilheimer Gymnasium zu K&L gekommen und nach einem „sehr anstrengenden Studium“ froh, schneller Geld zu verdienen und einen sicheren Job in der Tasche zu haben. Die Praxisnähe während des Studiums beeindruckte Minister Heubisch sichtlich, der für „Offenheit in der Bildung mit Auf stiegschancen für alle“ plädierte. Katharina Kleinmond, am Gymnasium Weilheim für die Berufs- und Studienorientierung zuständig, wollte wissen, ob es erstrebenswert sei, 20-jährige G8-Absolventen bereits als Führungskräfte im Betrieb einzusetzen. Susanne Ruppert bejahte dies mit dem Hinweis, dass der Nachwuchs die Verantwortung schrittweise übertragen bekommt. Die Studienabgänger seien „enorm engagiert und reifen schnell“, hat K&L Regionalleiter Rüdiger Herrmann festgestellt. Peter Ziller, Leiter der BOS in Weilheim, schlug vor, seinen Schülern von jungen Führungskräften erklären zu lassen, „wie es geht“. Zahlen und Fakten: Das in den 50er Jahren gegründete Familienunternehmen steht für „Mode zum Bestpreis“, gehört mit 65 Filialen im süddeutschen Raum und einer Gesamtverkaufsfläche von über 133 000 m2 zu den führenden deutschen Modehäusern und beschäftigt 2 000 Mitarbeiter (Weilheim Filialen/Zentrale 337) und 200 Auszubildende. K&L kauft beim Produzenten ohne Zwischenhandel ein. Die Kollektionen wechseln zwölf Mal im Jahr, alle Modebereiche werden mit eigenen Marken abgedeckt. 1962 eröffnete die erste Filiale in Weilheim. Im Zentrallager in Weilheim werden jährlich 15 Millionen Teile und täglich 77 000 Artikel umgeschlagen, die aus 22 Ländern der Erde angeliefert werden. Täglich verlassen 20 Lkws das Lager in Weilheim.

Meistgelesen

Fällaktion in Murnau
Fällaktion in Murnau
Kleiner Käfer, großer Schaden
Kleiner Käfer, großer Schaden
Alles auf einen Blick
Alles auf einen Blick
Existenz von Imkerei bedroht
Existenz von Imkerei bedroht

Kommentare