An ehemaliger Brennerstraße Meilenstein enthüllt

Relikt der Vergangenheit

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Die Inschrift des Meilensteines erinnert an die um 200 n. Chr. erbaute Brennerstraße.

Weilheim – Strahlender Herbstsonnenschein begleitete vor knapp eineinhalb Wochen die Enthüllung eines Meilensteines, dessen Aufstellung von Gerhard Weber, dem ehemaligen ersten Vorstand des „Verein zum Erhalt des Oberlandes e.V.“, Ende 2016 initiiert worden war.

An seine Beharrlichkeit, ein wichtiges Relikt der Vergangenheit, nämlich die „Brennerstraße“, wieder in das Bewusstsein der Bevölkerung zu bringen, erinnerte Ullie Seeling. Weber gelang es, die Orte Weilheim, Wielenbach und Raisting, die an der um 200 n. Chr. ausgebauten römischen Fernstraße liegen, von diesem interkommunalen Projekt zu überzeugen.

Die Straße, die als zweite wichtige Süd-Nord-Verbindung über die Alpen ausgebaut und bis in nachrömische Zeit als wichtige Handelsstraße genutzt wurde, ist an vielen Stellen unserer Heimat noch im Gelände erkennbar. So sieht man ihren Verlauf auch hinter dem von Steinmetzmeister Philipp Mössmer aus Thüster Kalkstein gestalteten Meilenstein. Von Weilheim kommend, verlief die Straße über Wielenbach nach Raisting und weiter in die rätische Provinzhauptstadt Augsburg, die 43 römische Meilen beziehungsweise 67 Kilometer von diesem Stein entfernt liegt. Bis in die Hauptstadt des Imperiums, nach Rom, hatten der Soldat oder auch der Reisende noch eine Distanz von 588 Meilen beziehungsweise 870 Kilometern zu überwinden.

Dank der Sponsoren – der Jubiläumsstiftung der Vereinigten Sparkassen, die 5 000 Euro beisteuerte, der CP Kunst- und Kulturstiftung und der Firma Mohrenweiser – war es den Kommunen, von denen die restlichen Kosten getragen werden, möglich, das „Projekt Meilenstein“ zu realisieren.

Um die Bevölkerung auf den Meilenstein und die Bedeutung der „Brennerstraße“ für die Heimat und ihre Entwicklung hinzuweisen, werden in Weilheim, Wielenbach und Raisting noch Infotafeln aufgestellt, deren Texte Weilheims Stadtarchivar Dr. Joachim Heberlein verfasst hat. Darüber hinaus wird in den beteiligten Orten ein vom „Verein zum Erhalt des Oberlandes“ herausgegebenes Infoblatt erhältlich sein.

 Dr. Joachim Heberlein

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