Ohne teure Umbaumaßnahmen

Ehemaliges Postgebäude Murnau soll vermietet werden

Altes Postgebäude Murnau
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Ab dem 1. Dezember könnten die Räumlichkeiten im ehemaligen Postgebäude an der Bahnhofstraße theoretisch einem neuen Zweck zugeführt werden – ob auch praktisch wird sich noch zeigen. Für eine Zwischenvermietung bis zur Festlegung der weiteren Nutzung sprach sich der Marktgemeinderat jedenfalls in seiner jüngsten Sitzung aus.
  • VonAntonia Reindl
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Murnau – So richtig vorwärts kommt Felix Burger mit seinem Anliegen nicht. Der einzige SPD-Mann im Murnauer Marktgemeinderat reichte vor längerer Zeit einen Antrag zur Nachnutzung des alten Postgebäudes an der Bahnhofstraße ein. Doch zum Zug ist Burger damit bislang noch nicht gekommen. In der jüngsten Sitzung wurde der Antrag wiederholt verschoben. Lediglich über die Zwischennutzung des leerstehenden Baus wurde debattiert.

Zumindest muss nicht nur Burger eine Verschiebung hinnehmen, auch ein Antrag von ÖDP/Bürgerforum bezüglich der Einrichtung eines Bürgerrates zur Nutzung des Postgebäudes wird vertagt. Darauf einigt sich der Marktgemeinderat in der nichtöffentlichen Vorbesprechung vor der jüngsten öffentlichen Sitzung. Über die von Burger gewünschte Durchführung einer Nutzwertanalyse zur optimalen Nachnutzung des Gebäudes als eine Art Bürgerhaus im sozialen beziehungsweise kulturellen Bereich wird dann, als die Türen des Sitzungssaales für die Öffentlichkeit aufgehen, also nicht gesprochen. Ein Punkt das Postareal betreffend bleibt jedoch auf der Tagesordnung: Die Vermietung beziehungsweise Zwischennutzung des Gebäudes. Diese könnte „als Zwischennutzung bis zur Entscheidung über die weitere Nutzung und der gegebenenfalls erforderlichen Änderung des Bebauungsplans erfolgen“, ist in einer Stellungnahme der Verwaltung in der Sitzungsvorlage zu lesen – mit Verweis auf die Konversion der Kemmel-Kaserne als Vergleichsfall.

Ende November wird der Mietvertrag für das ehemalige Postgebäude an der Bahnhofstraße 1 gekündigt sein, sodass die Räumlichkeiten auf einer Gesamtfläche von gut 630 Quadratmetern bereits ab 1. Dezember genutzt werden könnten. Auch ein Kellergeschoss mit rund 100 Quadratmetern sowie zehn Autostellplätze gehören zu dem ehemaligen Postamt, das unter Denkmalschutz steht. Doch nicht nur die nutzbaren Flächen, auch die jährlichen Mieteinnahmen sind nicht unbeachtlich: diese belaufen sich auf circa 58 000 Euro.

Inhaltlich werde man sich an diesem Sitzungsabend nicht mit der Zwischennutzung beschäftigen, sagt Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum). Jedoch teilt der Rathauschef mit, dass der Bau einer technischen Analyse unterzogen und architektonisch untersucht werden soll. Beuting bezweifelt da, dass bereits ab dem 1. Dezember eine Interimsnachnutzung erfolgen könne und erinnert mit Hinweis auf die einstmalige Kemmel-Kaserne an die „Unerfahrung, was Zwischennutzungen anbelangt“. Michael Hosp (CSU) bittet da, „darauf zu achten, dass ich nicht in eine Nutzungsänderung komme“. Auch blickt er auf die Finanzen und will wissen, „was es überhaupt kostet, das Gebäude zu ertüchtigen, um eine Zwischennutzung zu ermöglichen“. Dass sich die Kosten wohl in Grenzen halten werden beziehungsweise sollen, legt Beuting nahe, wenn er sagt, dass es keine großen Umbauten geben soll.

Hosps Fraktionskollege Franz Neuner blickt derweil kritisch auf den Beschlussvorschlag, in dem von einer vorübergehenden Vermietung die Rede ist. „Was heißt ‚vorübergehend‘?“, will Neuner wissen und schlägt vor, sich „vielleicht etwas definierter“ auszudrücken und von „befristet“ zu sprechen. Abermals verweist Beuting auf die Zwischenvermietung im Kemmelpark, „da lief das einwandfrei“, findet der Rathauschef. Ähnlich wie Neuner sieht es auch Wolfgang Köglmayr (Mehr Bewegen), der meint, dass der Mietvertrag auf eine bestimmte Zeit geschlossen werden soll, mit einer Option auf Verlängerung. Ein Hinweis, der in den Beschluss aufgenommen wird.

Geschlossen votiert das Gremium schließlich dafür, das einstige Postgebäude bis zur Festlegung der weiteren Nutzung vorübergehend zu vermieten, sofern dafür keine teuren Umbaukosten notwendig sind und auch keine Baugenehmigung erforderlich ist.

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