Raus aus dem Nichts

Ehrenamtskreis Obereglfing möchte Dorfwerkstatt als Ort der Begegnung realisieren

Einstiges Raiffeisengebäude in Obereglfing
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Im einstigen Raiffeisengebäude in Obereglfing soll das Projekt des Ehrenamtskreises umgesetzt werden, um die Ortsmitte wieder zu beleben.
  • VonAntonia Reindl
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Eglfing – Damals, vor zwei Jahrzehnten, war alles etwas anders. Vor 21 Jahren sei sie nach Obererglfing gezogen, berichtet Dorothee Schmitt in der jüngsten Online-Sitzung der Lokalen Aktionsgruppe Auerbergland-Pfaffenwinkel (LAG AL-P). Und da seien sich vor der Filiale der Raiffeisenbank immer Leute begegnet, so Schmitt. Da war immer was los. Mittlerweile steht die Räumlichkeit leer und die Gespräche sind verschwunden. Doch Schmitt möchte gemeinsam mit Rosemarie Strasser das Leben an den Ort zurückholen, in Form eines Bürgertreffs.


Naja, eigentlich soll es nur „im weitesten Sinne ein Bürgertreff“ werden, berichtet Dorothee Schmitt vom Ehrenamtskreis Obereglfing den Mitgliedern der LAG AL-P, die in ihrer jüngsten Sitzung via Zoom im virtuellen Raum zusammenkommen. Auf der Tagesordnung der Sitzung ist von einer Dorfwerkstatt zu lesen. Und der Begriff erklärt sich eigentlich von selbst, wenn Schmitt sagt, dass Handgemachtes und Hausgemachtes aus dem Dorf dort angeboten werden sollen, eigentlich Non-food, aber wenn es mal eine Zucchini-Schwemme im Dorf gebe, könne auch mal Gemüse angeboten werden, so Schmitt. Auch handwerkliche Angebote wie eine Nähgruppe will man dort realisieren. Des Weiteren sollen Kaffee und Kuchen gegen Spenden angeboten werden. Insgesamt strebt man einen Ort der Begegnung und des Austausches an, und zwar für alle Generationen.

Schmitts Mitinitiatorin Rosemarie Strasser möchte an diesem Ort als soziale Beraterin agieren, als „Soziallotse“, wie sie sagt. „In unserem Dorf gibt es keinen Dorfladen, kein Geschäft, eigentlich nichts“, bedauert sie. Aus dem Nichts soll nun ein Etwas werden, und das zu relativ überschaubaren Kosten. Das Projekt soll in der ehemaligen, nun leerstehenden Räumlichkeit der Raiffeisenbank realisiert werden. Diese gehöre der Gemeinde, weiß Schmitt. Betrieben werden soll die Dorfwerkstatt von Ehrenamtlichen, sodass auch hier keine Personalkosten anfallen würden. Jedoch muss noch einiges auf den rund 50 Quadratmetern gemacht werden.

Strasser und Schmitt präsentieren Bilder der Räumlichkeit. Außen fehlt nichts, auch „Parkplätze sind genügend vorhanden“, betont Schmitt. Drinnen aber muss der Bodenbelag erneuert werden. Auch eine Küche soll noch eingebaut werden. Hinzu kommen Anschaffungen wie Regale, farbige Gardinen und höhenverstellbare Tische. Relikte aus Bankzeiten, Einbauschränke, sollen erhalten bleiben, „für die persönlichen Sachen der Ehrenamtlichen“, sagt Schmitt, während ein Foto von der rustikal anmutenden braunen Schrankwand zu sehen ist. Eher rustikal mutet auch das Bad an. Schmitt zeigt nostalgische Fliesen in Senfgelb. „Bei den Toiletten muss noch was gemacht werden“, schmunzelt sie.

Bislang seien 14 Ehrenamtliche an Bord, die „unterstützen, betreuen oder eigene Produkte anbieten“, berichtet die Obereglfingerin. Einstellen wolle man zu Beginn niemanden, man wolle das Projekt erst einmal klein halten, es „muss wachsen“, findet Schmitt, die den Raum für den Anfang an mindestens drei Tagen in der Woche öffnen möchte. Man wolle den Ort wieder beleben, „dass die Leute rauskommen“, hofft Schmitt. Dass das klappen wird, dessen scheint sich die Ehrenamtliche ziemlich sicher zu sein. Als man sich die Räumlichkeiten mal eine halbe Stunde lang angesehen habe, seien lauter Leute vorbeigekommen, lächelt Schmitt. Strasser nickt.

Zum Lächeln sind auch die geschätzten Kosten, die sich mit etwa 3 400 Euro netto im Rahmen halten und auch noch zuschussfähig sind. Die Ehrenamtlichen erhoffen sich dabei eine Leader-Förderung und einen LAG AL-P-Zuschuss in Höhe von insgesamt 2 500 Euro, die Höchstsumme, die für eine solche Maßnahme beantragt werden kann. Geschlossen stimmt das Gremium dem Ansinnen zu. Und als der nächste Tagesordnungspunkt ansteht, ploppt im Zoom-Chat eine kurze Nachricht von Strasser auf, die sich für die Zustimmung bedankt.

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