Ehrenpreise der Stadt Weilheim in festlichem Rahmen übergeben

Ein Zeichen der Wertschätzung

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Die Träger der Ehrenpreise zusammen mit Weilheims Bürgermeistern v. li. Horst Martin, zweiter Bürgermeister; die Vertreterinnen der Nachbarschaftshilfe der Pfarreiengemeinschaft Weilheim Barbara Hartmann, Ursula Gerwert und Irmgard Weigl; Markus Loth, erster Bürgermeister; Vinzenz Weber; Angelika Flock, dritte Bürgermeisterin; Walter Erdt, Dekanatskantor und Jürgen Geiger, Kirchenmusiker der katholischen Pfarreiengemeinschaft Weilheim.

Weilheim – Die Leistungen der Ehrenpreisträger sind umfangreich – sie umfassen jahrzehnte langes Engagement für das Gemeinwesen. In der Weihnachtssitzung des Stadtrates wurden die Geehrten abwechselnd von Weilheims zweitem Bürgermeister Horst Martin und der dritten Bürgermeisterin Angelika Flock vorgestellt.

Kulturpreis

So auch im Fall von Walter Erdt, Dekanatskantor der evangelischen Kirche und Kirchenmusikdirektor. Die Ämter des Kantors an der Apostelkirche Weilheim und des Dekanatskantors hat er seit 1992 inne. Zu seinen weiteren Aufgaben gehören die Stellungen als Kirchenmusikdirektor und Vizepräsident des Verbandes evangelischer Kirchenchöre in Bayern. In seiner Funktion als amtlicher Glockensachverständiger der Evang.-Luther. Landeskirche Bayern, die er seit 1996 ausübt, betreute Erdt das am ersten Advent abgeschlossene Glockenprojekt an der Apostelkirche. Wer sich die Weilheimer Kirchenglocken genauer ansehen möchte, ist bei Erdt ebenfalls richtig – zusammen mit Dr. Joachim Heberlein bietet er Glockenumgänge an.

Auf sein „Konto“ gehen die Einführung des regelmäßigen Stadtläutens aller Weilheimer Kirchen, die Aus- und Fortbildung von Organisten und Chorleitern im ganzen Dekanat sowie die jährlichen Reisen der „Neuen Kantorei des Dekanats Weilheim“. Erdt wirkte bei der Wiedereinweihung der Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt als auch beim Festgottesdienst und beim Festkonzert zum 1 000-jährigen Bestehen Weilheims mit.

Ebenfalls über den Kulturpreis freute sich der Kirchenmusiker der katholischen Pfarreiengemeinschaft Jürgen Geiger. Der Träger von fünf Diplomen in den Fächern, Klavier, katholische Kirchenmusik, Musikpädagogik, Orgel und Orgelimprovisation studierte Musik an der Staatlichen Hochschule für Musik und Theater in München. Geiger wurde bereits 1996 von der Stadt Landsberg mit dem Kulturförderpreis ausgezeichnet, er war Preisträger beziehungsweise Finalist bei mehreren internationalen Wettbewerben für Orgelimprovisation. Als Organist, Pianist und Kammermusiker ist er europaweit vertreten. So nahm er mit dem bekannten Weilheimer Saxophonisten Johannes Enders 2015 die CD „In Paradisum“ auf.

Desweiteren begleitete er den Gospelchor „Happy Voices“, führte 2015 nicht nur Carmina Burana von Karl Orff beim Open-Air auf dem Marienplatz, sondern auch sein „Te Deum“ auf und ist seit Beginn für die künstlerische Leitung des Weilheimer Orgelsommers zuständig. Für Weilheim sei es ein Geschenk, einen offenen Geist wie ihn als Kirchenmusiker zu haben, so der zweite Bürgermeister Horst Martin in seiner Laudatio.

Sozialpreis

Der Sozialpreis ging an die Nachbarschaftshilfe der Pfarreiengemeinschaft Weilheim, vertreten durch Ursula Gerwert, Barbara Hartmann und Irmgard Weigl.

Gegründet wurde die Nachbarschaftshilfe Ende der 1980 Jahre unter dem damaligen Stadtpfarrer Anton Lieb. Die Mitglieder engagieren sich seit jeher unentgeltlich, unbürokratisch und konfessionsübergreifend für ihre Mitmenschen. Ihre Aufgaben gehen von gemeinsamen Gesprächen, Spaziergängen, Fahrdiensten und Besorgungen bis hin zur Unterstützung des Hausärztekreises durch den Nachschaudienst. Die freiwilligen Helfer haben nicht nur ein offenes Ohr für Senioren, sondern auch für junge Menschen. Die Mitglieder sind allesamt Laien, erhalten aber fachlichen Beistand.

Umweltpreis

Der Träger des Umweltpreises Vinzenz Weber sorgte für eine kleine Überraschung. Der ausgezeichnete 95-Jährige bedankte sich persönlich mit einer Rede, in der er auf Geschehnisse in seinem Leben einging. Bekannt wurde Weber mitunter für seinen grünen Daumen und seine Liebe zur Imkerei. 1946 kaufte er zusammen mit seiner Frau ein Grundstück am Dietlhofer See, das zu dieser Zeit zur einen Häfte aus einer Kiesgruppe und zur anderen aus Schilf bestand. Mit viel Engagement und Eigenleistung gelang es ihm, das Grundstück in ein „grünes Paradies“ zu verwandeln, welches die seltensten Bäume und Pflanzen beheimatet. Auch die Allee zum Gut Dietlhofen ist Weber zu verdanken.

Der ehemalige Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins und des Bienenzuchtvereins Weilheim hatte zeitweise 100 Bienenvölker. Hinzu kommt, dass Weber lange Jahre Fachberater für Bienenzucht des Bezirks Oberbayern und Sachverständiger für Bienenzucht der Regierung war. Sein Wissen hielt er in Büchern fest, die heute noch in Fachkreisen Anerkennung finden.

Von Sofia Wiethaler

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