"Zweite Ortsmitte"

Eigentümer präsentiert modifizierte Planung für Bahnhofsvorplatz

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So soll der Bahnhofsvorplatz mit Blickrichtung Süden nach den neuesten Plänen aussehen: rechts der alte Bahnhof, links das neue Wohn- beziehungsweise Geschäftshaus – und versetzt dazwischen das denkmalgeschützte Nebengebäude.

Bernried – Schon seit längerem gibt es in Bernried den Wunsch nach einer „zweiten Ortsmitte“.

Vieles spielt sich in der Gemeinde am Starnberger See im historisch gewachsenen „Unterdorf“ ab. Dort stehen das Kloster, das Rathaus, zwei Kirchen, die Schule, der Kindergarten, der Sommerkeller und das Feuerwehrhaus. Im „Oberdorf“ hingegen sind mit Ausnahme des Sport- und Freizeitgeländes die Treffpunkte eher rar gesät. Das soll sich ändern: Im Fokus steht dabei der Bahnhofsvorplatz. Der Eigentümer des Bahnhofsareals, Jürgen Kindervater, hat dafür nun eine neue bauliche Planung vorgelegt.

Schon im vergangenen September hatte der Bahnhofseigentümer einen Konzeptentwurf für eine bauliche Erweiterung am Bahnhofsvorplatz präsentiert. Doch von den Plänen war der Gemeinderat nicht sonderlich begeistert. Demnach sollte ein Wohn- und Geschäftshaus entstehen – und zwar unmittelbar neben dem Bahnhofsgebäude in südöstlicher Richtung. Vor allem Walter Westermeier (SPD) monierte, dass der geplante Neubau durch seine Nähe und Ausmaße (der Baukörper war nur einen Meter niedriger als der Bahnhof konzipiert) die „solitäre Situation“ des denkmalgeschützten Bahnhofs als freistehendes Gebäude massiv beeinträchtigen würde.

Die Kritik nahm sich Kindervater offenbar zu Herzen. Über ein neues Planungsbüro wurde die Konzeption komplett überarbeitet. Die Entwürfe sehen nun vor, das Wohn- und Geschäftshaus (rund 33 Meter lang und 9,5 Meter hoch) gegenüber dem Bahnhof an die östliche Seite des Bahnhofsvorplatzes zu platzieren. Das dort stehende Nebengebäude, das ebenfalls unter Denkmalschutz steht, soll dafür weichen und um 90 Grad versetzt an das südliche Platzende verlegt werden.

Die Planänderung wurde vom Gemeinderat nun ausdrücklich goutiert. Das Gremium erteilte einhellig sein gemeindliches Einvernehmen für den eingereichten Vorbescheidsantrag. „Das ist eine verträgliche Lösung – ohne Eingriffe in den Baumbestand“, erklärte Bürgermeister Josef Steigenberger. Der Platzcharakter werde durch die gewählte Anordnung der Baukörper „am deutlichsten gefasst“. Auch Westermeier zeigte sich zufrieden: „Die Solitär-Situation des Bahnhofsgebäudes wird mit der neuen Planung gewahrt.“ Der SPD-Gemeinderat regte zudem an, den Neubau nicht zu weit in Richtung Bahnhofstraße hineinragen zu lassen.

Die bauliche Erweiterung, so hieß es im Gemeinderat, sei vor allem für die im Bahnhof untergebrachte Schokoladenmanufaktur essentiell. Nur mit einer räumlichen Kapazitätsaufstockung mache das Festhalten am Betriebsstandort Sinn.

Von Bernhard Jepsen

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