Eilzugtempo beim Brückenbau

Die „Neue“ wartet schon auf den Einsatz: Ende September erfolgt die endgültige Platzierung der Stahkonstruktion für die neue Eisenbahnbrücke bei Fischen. Fotos: Josef Gutsmiedl

Ein flottes Tempo legen die Baufirmen vor, die derzeit den Neubau der Eisenbahnbrücke bei Fischen vorbereiten. Die Geleise und der Unterbau sind schon demontiert und nur die alten Betonpfeiler ragen aus dem Flussbett der Iller. Ende Oktober soll der Neubau dem Bahn verkehr übergeben werden. Mit den spektakulären Fotos vom Abbruch der Gleisanlagen auf der alten Brücke wurde es nichts: Die Arbeiten kamen so schnell voran, dass Kamera-teams und Fotografen bei dem offiziellen Baustellenbesuch mit Vertretern der Bahn und der Baufirmen nur noch die „nackten“ Betonpfeiler in der Iller und die alten Widerlager an der Uferböschung vorfanden.

„Das freut uns aber auch und zeigt, dass wir mit schlagkräftigen Firmen zusammenarbeiten“, kommentiert Hartmut Völker, bei der Bahn AG zuständig für Brückenneubauten, das „Eilzugtempo“. In den kommenden Wochen werden die Elemente der neuen Brückenkonstruktion an Ort und Stelle geschweißt, bevor Ende September die mehrtägige Verschiebung der fertigen Brücke beginnt. Bis dahin sind auch die neuen Widerlager auf den beiden Ufern der Iller fertig. „Die alten Betonpfeiler im Fluss bleiben solange stehen“, erklärt Völker. Die Pfeiler werden bei der Platzierung der neuen Stahlkonstruktion benötigt, aber anschließend abgebrochen. Mit üblichen Reparatur- und Sanierungsarbeiten sei bei der Eisenbahnbrücke nichts mehr zu machen gewesen, sagt Völker weiter. Der ursprüngliche Brückenbau stammte aus dem Jahr 1888, wurde mehrfach verstärkt und den aktuellen Erfordenissen angepasst. Entscheidender Anstoß für einen Neubau war letztlich das Hochwasser im Jahr 2005. Damals hatte sich die dreifeldrige Brücke mit den beiden Pfeilern im Bett der Iller als Hauptursache für die Überschwemmung weiter Gebiete zwischen Fischen und Sont-hofen erwiesen (der KREISBOTE berichtete). Das werde sich nicht mehr wiederholen , stellt Hartmut Völker fest. Die neue Brücke wird ohne Pfeiler auskommen und mit 41 Meter Länge die Iller in einem Bogen überspannen. Zudem schafft die Bahn „mehr Luft“, da die Unterkannte der Brücke 20 Zentimeter höher zu liegen kommt als die alte Konstruktion. „Das hört sich wenig an, ist aber ein großes Plus für mehr Hochwassersicherheit“, so Völker. Die Kosten von rund 3,3 Millionen Euro trägt zu einem Viertel die Bahn AG, 75 Prozent zahlt der Freistaat Bayern. „Ende Oktober geht die Brücke in Betrieb“, zeigt sich Projektleiter Völker optimistisch. „Wir werden fahren.“ Bis dahin wird der Bahnverkehr zwischen Sonthofen / Altstädten bis Oberstdorf mit Bussen erfolgen, im sogenannten Schienenersatzverkehr.

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