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Ein integrativer Skatepark für Murnau

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Von: Antonia Reindl

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Bahnhofsparkplatz Murnau
Ausdrücklicher Wunsch befragter Kinder und Jugendlicher: ein Skatepark. Dieser soll südlich des Bahnhofes entstehen und ganz verschiedenen Nutzergruppen offenstehen. © Reindl

Murnau – In einer Umfrage der Kinder- und Jugendvertretung im vergangenen Sommer wurde deutlich, dass sich viele der Befragten einen Skatepark in der Marktgemeinde wünschen – sogar dringlicher als ein Schwimmbad. Auch eine Onlinepetition gab es dazu bereits. Nun macht der Marktgemeinderat einen großen Schritt in Richtung Realisierung einer integrativen Skateanlage und befürwortet in seiner jüngsten Sitzung die Errichtung eines integrativen Parks. Einen Standort hat man auch schon ins Auge gefasst.

Rund 500 Quadratmeter Skatevergnügen hätten auf einer Fläche südlich des Bahnhofes, am Fußweg in Richtung Staffelsee gelegen, Platz. „Die Abstimmung mit der Deutschen Bahn erfolgt derzeit“, heißt es in einer Vorlage zur jüngsten Marktgemeinderatssitzung. Das Praktische an der Fläche: diese liegt zentral – keinen Kilometer von der Fußgängerzone entfernt und damit nicht an den Rand gedrängt, ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen und ist umgeben von weitestgehend barrierefreien Bereichen. Auch über eine mögliche Bauweise hat sich die Verwaltung bereits Gedanken gemacht und die Ortbetonbauweise als am besten bewertet – der Langlebigkeit, überschaubaren Wartung und individuellen Gestaltbarkeit wegen. Integrativ wäre die Anlage, da sie für alle Sportler offen stünde, etwa auch für den Rollstuhlsport. „Die Anlage könnte eine Vorreiterrolle für gelebte Inklusion in unserer Region einnehmen“, lassen sich große Worte in der Sitzungsvorlage lesen. Die Kosten für die Anlage, die einer größtmöglichen Nutzergruppe – von WCMX und Skateboard über Inliner, Scooter und BMX – offen stehen soll, liegen auch schon auf dem Tisch, grob geschätzte Kosten, die sich für Planung und Bau auf rund 275 000 Euro belaufen. Förderungen können von der EU-geförderten Maßnahme Leader (gegebenenfalls 60 Prozent) und von Seiten der Regierung von Oberbayern nach dem Investitionspakt Sportstättenbau (eventuell 90 Prozent) winken.

Franz Neuner (CSU) vermisst in der jüngsten Marktgemeinderatssitzung nun aber ein für ihn wichtiges Detail, das die Finanzierung betrifft. Dass Förderanträge gestellt werden sollen, stehe drin, nicht festgehalten sei aber „eine gewisse Deckelung“ der Kosten. „Ich hätte das schon gern verankert“, sagt er. Sollte ein bestimmter Betrag, Kosten für die Gemeinde, überschritten werden, müsste das Unterfangen nochmal überdacht werden. Er könne das „komplett nachvollziehen“, meint Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum), jedoch bedeute der Beschluss lediglich, die Planung in Auftrag zu geben, „es liegt immer noch in Ihrer Hand, wie bei jedem Bauprojekt auch“, so der Rathauschef. Unterstützung erhält Neuner von seinem Fraktionskollegen Rudolf Utzschneider (CSU), der die Kosten für die Gemeinde als Gradmesser betrachtet. Utzschneider beantragt daher, dass eine Deckelung von 130 000 Euro Eigenkosten aufgenommen werde. Neben Utzschneider und Neuner stimmt aber lediglich Welf Probst (FWG) dafür. Am Ende votiert das Gremium einstimmig dafür, den Bau einer integrativen Skateanlage im Süden des Bahnhofes zu befürworten, die Verwaltung mit den Planungen zu beauftragen und entsprechende Förderanträge zu stellen.

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