Eine saubere Sache: Abfallentsorger nimmt Nachreifelager in Betrieb und erweitert Recyclinghof

Stinkende Müllkippen waren gestern. Die moderne Abfallentsorgung der Erbenschwanger Verwertungs- und Abfallentsorgungsgesellschaft mbH (EVA) ist ökologisch und ökonomisch eine saubere Sache – und schont den Geldbeutel der Bürger. Wie Kostenersparnis und Umweltschutz zusammengehen, erläuterte EVA- Geschäftsführer Fritz Raab gemeinsam mit Landrat Dr. Friedrich Zeller.

Im Landkreis wurde die Abfallentsorgung in den letzten Jahren günstiger. Seit 1994 wurde die monatliche Grundgebühr für eine 40 Liter Restmüll- und 80 Liter Biomülltonne von 22,89 auf 11,10 Euro gesenkt. „Eine angenehme und sehr gute Entwicklung“, freut sich Raab, „auch wenn das Niveau von 2008 schwierig zu halten sein wird, und wir Preissteigerungen für die Zukunft nicht ganz ausschließen können.“ Derzeit belegt der Landkreis Platz 21 unter 86 Gebietskörperschaften in Bayern, die sich um Abfallentsorgung kümmern. Raab lässt sich ein ambitioniertes Ziel entlocken: Mit seinem Stellvertreter Holger Poczka und dem EVA-Team strebt er einen Platz unter den „Top Ten“ in Bayern an. Das ehemalige Kompostlager wurde zu einem Nachreifelager für den vorbehandelten Restmüll umgebaut und in Betrieb genommen. Ein ausgeklügeltes Bewässerungs- und Belüftungssystem schafft in abgeteilten Boxen optimale Bedingungen für den bakteriellen Zersetzungsprozess. Durch diese „letzte Nachreife“ wird das Volumen des Deponats nochmals um 15 bis 20 Prozent reduziert, was einer Menge von rund 1500 bis 2000 t/Jahr entspricht. Für die Bürger macht sich die 350000 Euro-Investition bald bezahlt, laut Raab können mit dem neuen Nachreifelager jährlich 100000 Euro Deponiekosten eingespart werden. Eine deutliche Entlastung bei Stoßzeiten verspricht sich die EVA von der geplanten Erweiterung des bestehenden Recyclinghofes Erbenschwang von 1850 auf 3460 Quadratmetern Gesamtfläche. Über eine zweite Einfahrt werden alle kostenfreien Abfälle angeliefert, die nicht gewogen werden müssen. „Damit gewinnt er Recyclinghof deutlich an Qualität, die Serviceleistung wird verbessert", lobt Zeller die Maßnahme. Gute Nachrichten hatte der Landrat für die Bürger um Bernried sowie Steingaden im Gepäck, wo bis zum Herbst Grüngut-Sammelstellen eingerichtet werden. Die Oberland Recycling GmbH (OR) erhielt nach einer Neuausschreibung den Zuschlag für die Abholung der Rest- und Biomülltonnen im Landkreis. „Weil wir aus dem Landkreis kommen und nicht erst von außen anfahren müssen, haben wir geringere Anfahrtskosten“, hat sich nach Mario Muth, Mitgesellschafter der OR, als echter Standortvorteil gegenüber der Konkurrenz erwiesen. Auftragsbeginn ist der 1. Juli 2010. Bis dahin wird die OR sieben bis acht neue Lkw anschaffen, die, wie Muth hervorhob, „bereits die EURO-5-Vorgabe erfüllen werden“. Außerdem würden „definitiv 18 bis 20 Stellen neu geschaffen“, welche er gerne mit Landkreisbewohnern besetzen möchte, „denn die kennen die Örtlichkeiten“. Die Topographie des Landkreises mit seinen vielen Riedschaften und Einzelhöfen sei eine immense logistische Herausforderung, die einen relativ langen Vorlauf rechtfertige. Muth zeigt sich optimistisch: „Die Touren sind spätestens nach ein bis zwei Monaten eingeordnet, und der Bürger wird von der Umstellung gar nichts bemerken, außer dass die Fahrzeuge eine andere Farbe haben.“ Alles Wichtige rund um die Themen Abfallwirtschaft, Energie und Umwelt erfahren die BürgerInnen in der neuen Zeitschrift „EVA info“, die alle drei bis vier Monate dem KREISBOTEN beiliegt.

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