Mit einem Schnitt Gallenblase entfernt – Professor Bumm wendet im Weilheimer Krankenhaus neue Operationsmethode an

Schmerzen im Oberbauch, Erbrechen, Kolik: Oft ist es die acht Zentimeter lange, birnenförmige Gallenblase, die dem Patienten massive Probleme bereitet. Am Krankenhaus Weilheim wird jetzt eine neue Operationsmethode angewandt, mit der das schmerzende Hohlorgan über einen einzigen, zwei-Zentimeter-Schnitt unterhalb des Bauchnabels entfernt werden kann.

Rund 100 Gallenblasen-Operationen werden jährlich in der Weilheimer Klinik durchgeführt, war bei einem Pressegespräch vom Chefarzt für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Professor Rudolf Bumm, zu erfahren. Dank der so genannten Schlüsselloch-Chirurgie seien jetzt keine großen Schnitte mehr nötig. Den ersten Eingriff nach der neuen SILS-Methode (Single Incision Laparoscopic Surgery) hat Dr. Bumm an einer 18-jährigen Patientin durchgeführt. „Je weniger Schnitte desto schonender ist die Operation für die Patienten, weil weniger Muskulatur und Bindegewebe durchtrennt werden muss“, erklärt Dr. Bumm. Für den Chirurgen sei das SILS-Verfahren jedoch – weil in der Handhabung nicht so flexibel – schwieriger durchführbar. Nicht geeignet ist die Methode für Fälle, bei denen die Gallenblase stark entzündet ist. Ein höheres Risiko bestehe bei dem etwa einstündigen Eingriff nicht. Bei problematischem Verlauf könne ein zweiter Zugang in die Bauchhöhle gelegt werden. Elisabeth Ulmer, Geschäftsführerin der Krankenhaus GmbH, begrüßt den neu- en, jedoch für die Klinik mit höh- eren Kosten verbundenen „Single-Port“-Eingriff als „Angebot an unsere Patienten“. Es werde überprüft, ob diese Einschnittmethode auch beim Entfernen des Blinddarmes und bei Leistenbruchoperationen zum Einsatz kommen kann.

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