"Einer bleibt auf der Strecke!"

Im Penzinger Gewerbegebiet soll das zweite Großkino im Landkreis entstehen. Foto: Schwaiger

Es hatte sich in den vergangenen Wochen angebahnt, seit Montagabend nun ist es offiziell: Im Penzinger Gewerbegebiet wird ein weiteres Großkino entstehen. Der Gemeinderat billigte einstimmig einen entsprechenden Bauantrag – und erntet dafür andernorts heftige Kritik.

Wie 2. Bürgermeister Manfred Schmid erläuterte, soll das Großkino zehn Kinosäle umfassen, dazu einen Multifunktions- und einen Versammlungsraum. Die Räume hinter der großen Glasfassade verteilen sich auf zwei Ebenen. 203 Parkplätze sind geplant. Als Investor tritt Gerhard Breher aus Bad Grönenbach auf, betrieben wird das Multiplex-Kino von Werner Rusch, der bereits die Kinos in Aichach, Königsbrunn und Memmingen führt. Rusch ist kein Unbekannter im Landkreis. Als im vergangenen Jahr die Pläne für das mittlerweile seit März geöffnete Großkino in Kaufering bekannt geworden waren, hatte er sich um eine Bauge­neh­migung im Bereich des InCenters Landsberg beworben. Der Stadtrat jedoch lehnte ab, weshalb sich Rusch auf die Suche nach einem alternativen Standort machte. In Penzing sei er mit offenen Armen empfangen worden. In der Kreisstadt ist man über das Penzinger Vorgehen wenig begeistert. „Es ist eine Fehlentwicklung, wenn in kleineren Gemeinden Großkinos gebaut werden“, poltert OB Ingo Lehmann. Dessen Zorn ist verständlich, schließlich könnte das Mittelzentrum Landsberg bald ganz ohne Kino dastehen. Olympia-Kino-Betreiber Rudolf Gilk kündigte bereits an, seine Pläne für eine Erweiterung in der Innenstadt auf Eis zu legen und den „Machtkampf der Giganten aussitzen“ zu wollen. Ob das gelingt, erscheint fraglich. Dass Rusch angesichts von rund 350000 potentiellen Kinogängern im Einzugsgebiet ein Überleben aller drei Kinos für möglich hält, sieht man in Kaufering, wo seit März das erste Großkino im Landkreis mit acht Sälen lockt, mehr als skeptisch. Vielmehr richtet sich der dortige Geschäftsführer Hermann Huber, selbst jahrelang Mitarbeiter von Rusch in Königsbrunn, auf einen harten Preiskampf ein. „Klar ist, einer bleibt auf der Strecke. Und das sind hoffentlich nicht wir.“

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