Eintauchen in die Geschichte: 40 Jahre Landkreis Weilheim-Schongau - Ausstellungsreihe eröffnet

Ein Schreibtisch, wie er wohl vor 40 Jahren ausgesehen hat, ist Teil der Ausstellung im Weil­heimer Landratsamt. Landrat Dr. Friedrich Zeller griff zum nostalgischen Telefonhörer, umgeben von MdL Florian Streibl, Klaus Gast, Bernhard Wöll, Altlandrat Manfred Blaschke und Helmut Schmidbauer (v.li.).

Die spannende Geschichte der beiden Altlandkreise Weilheim und Schon- gau spiegelt eine Ausstellung wider, die bis zum 22. Juni im Foyer des Weilheimer Landratsamtes an der Stainhartstraße 7 gezeigt wird.

Seit September vergangenen Jahres beschäftigt sich Hans Rehbehn intensiv mit dem Jubiläum, das dem Landkreis heuer ins Haus steht: Vor knapp 40 Jahren, am 1. Juli 1972, wurden die bislang selbständigen Altlandkreise Weilheim und Schongau im Zuge der Gebietsreform zu einem gemeinsamen Landkreis zusammengelegt. Zeitzeugen wie Altlandrat Manfred Blaschke erinnern sich noch gut daran, dass dies bei der Bevölkerung in beiden Regionen nicht reibungslos vonstatten gehen konnte. Die Unterschiede waren unüberseh- und -hörbar: Der Dialekt in Steingaden hört sich anders an als in Penzberg oder Weilheim gesprochen wird, und auch ein Tuffsteinbau in Huglfing wirkt auf den Betrachter anders als ein Wohnhaus in Hohenfurch. Das Landratsamt wird das Jubiläumsjahr unter der Federführung von Rehbehn mit drei Ausstellungen begleiten. Der erste, vergangene Woche eröffnete, Abschnitt gibt Einblick in die Geschichte der beiden Altlandkreise von 15 v. Chr. bis 1972. Der folgende Teil ist der Gebietsreform vor 40 Jahren gewidmet. In der dritten Ausstellung erfahren die Bürger, wie sich der Landkreis seit 1972 entwickelt hat. Zum Auswerten historischer Dokumente und Daten sowie als „Gastautoren“ für die in der Ausstellung erhältliche Broschüre „Die Altlandkreise Weilheim und Schongau“ hat Rehbehn die beiden ehrenamtlichen Kreisheimatpfleger Klaus Gast (Weilheim), Helmut Schmidbauer (Schongau) und Bernhard Wöll, der das Kreisarchiv führt, ins Boot geholt. Geographisches Kartenmaterial, Bilder aus verschiedenen Epochen, Protokollauszüge, Siegel, Notgeld, Wappen, Nummernschilder und sogar eine Standvitrine aus dem 18. Jahrhundert geben in der Ausstellung Zeugnis ab von den Ereignissen, welche die Region Weilheim-Schongau geprägt haben. Auch 40 Jahre nach der Gebietsreform sind viele Unterschiede noch nicht egalisiert. Dies ist gut so und ein Zeichen für die Individualität der Menschen und Orte, sagt Kreisheimatpfleger Gast. Wie wichtig der Blick zurück ist, brachte Rehbehn bei der Ausstellungseröffnung mit einem Zitat zum Ausdruck: „Wer in der Zukunft lesen möchte, muss in der Vergangenheit blättern.“

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