Am Riss wurde der "Jardin de l’Amitié" mit Gästen aus Frankreich eingeweiht

Ein Denkmal der Städtepartnerschaft

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Ein Schild verkündet, wo man sich befindet: Im „Jardin de l’Amitié – Garten der Freundschaft“. Darüber freuten sich v. li. Professor Christian Schiebel von der Regierung von Oberbayern; Bürgermeister Markus Loth; Evelyne Rapinat, stellvertretende Bürgermeisterin von Narbonne, und Dolmetscherin Sabine Fenner-Wegener, die alle Wortbeiträge bis auf die Segnung übersetzte.

Weilheim – Symbolischer könnte es wohl kaum sein: Am Riss in der Kreisstadt, der kleinen Grünanlage zwischen Stadtmauer und Oberem Graben, wurde kürzlich im Beisein der Delegation aus Narbonne, die anlässlich der Französischen Woche nach Weilheim gereist war, der „Jardin de l’Amitié – Garten der Freundschaft“ eingeweiht. Warum so symbolträchtig, das erläuterte Dr. Joachim Heberlein in seinem Grußwort.

Mit einem Kostenaufwand von knapp 150 000 Euro für Planung und Bau entstand Am Riss eine neugestaltete Grünanlage nach den Plänen des Münchener Landschaftsarchitekten Andreas Rockinger. Bezuschusst wurde die Maßnahme von der Regierung von Oberbayern im Rahmen der Städtebauförderung, der die Stadt mittlerweile etwa zwölf Millionen Euro Zuschüsse zu verdanken hat. Und es geht weiter, denn Professor Christian Schiebel, Sachgebietsleiter bei der Regierung, hatte bereits einen neuen Bewilligungsbescheid im Gepäck für den Wettbewerb zu Umbau und Neugestaltung des Stadtmuseums.

Dass die Anlage eines Bouleplatzes an dieser Stelle nicht unumstritten war (wir berichteten), streifte Bürgermeister Markus Loth in seiner Ansprache nur kurz. Er freute sich, den „Jardin de l’Amitié“ zusammen mit den Narbonner Freunden einweihen zu können und dankte dem Planer, der ausführenden Gartenbaufirma Knittel und den Stadtwerken, die die Beleuchtung angebracht und künftig die Pflege inne haben. Auch für Stadtratskollegin Petra Arneth-Mangano gab es Lob angesichts der gelungenen Idee für die Namensgebung.

Narbonnes stellvertretende Bürgermeisterin Evelyne Rapinat freute sich über diese „sehr symbolische Geste der 45-jährigen Freundschaft“ beider Städte. Dies sei nun das Pendant zum Narbonner „Parcs des Sports et de l’Amitié“, den noch der Mitbegründer der Städtepartnerschaft Hubert Mouly initiierte. Dr. Joachim Heberlein schilderte ausführlich die wechselvolle Geschichte dieses Platzes in der Stadtgeschichte. So sei genau an dieser Stelle einst ein Graben verlaufen, und 1646 erstürmten schwedische und französische Soldaten just an diesem Fleck die Stadt. „Aus Feinden wurden im Laufe einer langen Zeit Freunde, über die jahrhundertealten tiefen und trennenden Gräben hinweg reichte man sich (…) die Hand zur Freundschaft“, so Heberlein. So sei der „Jardin de l’Amitié“ ein besonders symbolischer Beitrag zur Städtepartnerschaft.

Die Segnung der Anlage übernahmen Stadtpfarrer Engelbert Birkle und Pfarrerin Sabine Nagel, bevor Loth und Rapinat noch gemeinsam zwei Schilder enthüllten: Zum einen einen Wegweiser, der in Richtung der 1 104 Kilometer entfernten Partnerstadt Narbonne zeigt, zum anderen das Namensschild für den Garten der Freundschaft an der Stadtmauer.

Von Bianca R. Heigl

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