Eisstadion Peißenberg: Markt will 200 000 Euro für Kabinen beisteuern

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Peißenberg – Schon seit Längerem ist klar, dass das Peißenberger Eisstadion dringend neue Umkleidekabinen braucht. Nun hat der TSV Peißenberg als Stadionbetreiber nach langem Hin und Her eine Lösungsvariante präsentiert: Demnach sollen neben der Eishalle auf dem ehemaligen Rollschuhplatz Container aufgestellt werden. Der Marktrat hat inzwischen einhellig signalisiert, dem TSV nicht nur das gemeindliche Grundstück zur Verfügung zu stellen, sondern dem Sportverein bei der Finanzierung auch mit 200 000 Euro unter die Arme zu greifen – allerdings nur unter Bedingungen.

Langsam drängt die Zeit: Der aktuelle Kabinentrakt, der in einem Anbau des „Rigi-Rutsch´n“-Betriebsgebäudes untergebracht ist, entspricht schon lange nicht mehr den hygienischen und sanitären Anforderungen. Er ist komplett marode und die Peißenberger Gemeindewerke als Gebäudeeigentümer wollen ihn in absehbarer Zeit abreißen lassen. Damit soll unter anderem Platz für eine mögliche Erweiterung des ambulanten Rehabilitationszentrums geschaffen werden.

Der TSV steht also unter Druck: Hinter den Kulissen wurde bereits eifrig diskutiert – und in der jüngsten Marktratssitzung erstmals auch öffentlich. Dabei ging es um die Frage, ob, in welcher Höhe und unter welchen Voraussetzungen die Gemeinde den TSV finanziell beim Kabinenneubau unterstützt. Das Ergebnis der Debatte: Die Gemeinde wird für den Kabinenneubau einen Zuschuss in Höhe von 200 000 Euro gewähren – allerdings nur, wenn der Verein ein schlüssiges Finanzierungskonzept vorweist, seine Konten offenlegt und eine Prioritätenliste erstellt, die plausibel aussagt, welche Investitionen in den nächsten Jahren im Eisstadion noch anstehen respektive an anderen Sportstätten gewünscht werden.

„Das klingt ja alles super“, kommentierte Bürgermeisterin Manuela Vanni im Marktrat die Ausführungen von Stefan Rießenberger. Der Fraktionschef der Bürgervereinigung präsentierte dem Gremium in seiner Eigenschaft als TSV-Präsident die Planungen bezüglich des Kabinenneubaus. Demnach habe man von Seiten des Vereins bis September versucht, die Problematik mit den Umkleidekabinen ohne finanzielle Hilfe der Kommune in den Griff zu bekommen. Doch die Verhandlung mit potenziellen Investoren, das Wörther Sportgelände in ein „Sport- und Leistungszentrum“ mit Jugendherberge und zehnmonatigem Eisbetrieb zu verwandeln, seien letztlich gescheitert. Anschließend habe man in puncto „Umkleiden“ Varianten für einen Massivbau untersucht. Doch Beträge zwischen 1,5 und zwei Millionen Euro seien nicht zu stemmen – weder für den TSV noch für die Gemeinde.

Von kommunaler Seite hätte man dafür Zuschüsse in Höhe zwischen 500 000 bis 800 000 Euro benötigt. Angesichts der vielen gemeindlichen Pflichtaufgaben wie den Hochwasserschutz, die Erweiterung der Grundschule-Süd oder die Bauhofsanierung sei das aber nicht zu vertreten: „Das geht nicht. Da hätte ich als TSV-Präsident nicht mehr ruhig schlafen können“, so Rießenberger. Die Containervariante sei hingegen eine „vernünftige Lösung“, von der „alle profitieren“ würden. Optisch seien die Container nicht von einem Massivbau zu unterscheiden. Und finanziell sei das Ganze für den TSV und die Gemeinde durchaus händelbar. Der TSV-Präsident bezifferte im Marktrat die Kosten auf 850 000 Euro. Belastbare Kalkulationen gibt es allerdings noch nicht. Im Dezember soll es einen ersten Termin mit der Herstellerfirma geben. Neben dem Gemeindezuschuss will der TSV für den Container-Bau über eine Kreditaufnahme 350 000 Euro selbst beisteuern. Eine ähnlich hohe Summe erwartet man zudem vom BLSV als Förderung.

Von Bernhard Jepsen

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