Problemkind Eisstadion: TSV Peißenberg peilt Eisaufbereitung für Anfang September an

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Peißenberg – Für die Verantwortlichen des TSV Peißenberg war es ein Kraftakt, nach dem Corona-Lockdown die Turnhallen und Sportstätten im Freien für die Sparten wieder zu öffnen. Das Schwierigste steht dem TSV-Präsidium aber noch bevor: Die Öffnung des Eisstadions.

Eigentlich sollte heuer der Eishallenbetrieb bereits am 17. August beginnen – so früh im Jahr wie noch nie in der rund 30-jährigen Geschichte des hallenüberdachten Kunsteisstadions an der Pestalozzistraße. Doch Corona hat die Pläne des TSV als Stadionbetreiber zunichte gemacht. In Absprache mit der Eishockey-Sparte hat man aufgrund der angespannten Pandemielage den Starttermin verschoben. Die Eishalle soll nun nach den Sommerferien im September öffnen. Sicher ist das allerdings noch nicht. Keiner weiß, wie sich die Corona-Situation weiterentwickelt.

„Es ist noch nichts fix. Wir peilen den 7. oder 8. September an. Wir befinden uns momentan noch im luftleeren Raum“, erklärt TSV-Präsident Stefan Rießenberger. Unter den aktuellen Hygiene- und Abstandsregelungen wäre der Eishallenbetrieb nur schwer zu händeln. Zwar hat der Deutsche Eishockeybund (DEB) ein an das Füssener Eisstadion angelehntes Hygienekonzept herausgegeben. Aber Rießenberger hält es für „absoluten Schwachsinn“, die Rahmenbedingungen eines Bundesleistungszentrums als Referenz für kleine Eishallenbetreiber zu verwenden. „In Füssen gibt es bis zu 20 Umkleidekabinen. Das kann man mit uns überhaupt nicht vergleichen.“

Im Peißenberger Eisstadion stehen gerade einmal fünf Kabinen zur Verfügung. Nach den momentan geltenden Abstandsregeln dürften die einzelnen Kabineneinheiten nur von fünf Sportlern gleichzeitig benutzt werden.

Die TSV-Eishackler haben zwar ein 20-seitiges Hygienekonzept ausgearbeitet, aber ein Punktspielbetrieb unter diesen Bedingungen ist nur schwer vorstellbar, zumal es auch noch kein Konzept für die Zuschauer gibt, respektive geben kann: „Die wären nach aktuellem Stand der Corona-Regeln definitiv untersagt“, ist sich Rießenberger sicher.

Doch selbst wenn kein Punktspielbetrieb möglich sein sollte, will der TSV alles tun, um die Eishalle zu öffnen: „Wenn wir das Stadion geschlossen lassen würden“, prognostiziert Rießenberger, „dann wäre das ganze Umfeld und die Zukunft der Eishockey-Sparte stark gefährdet.“ Hauptziel sei es, zumindest einen Trainingsbetrieb zu ermöglichen. „Das ist auch unter sozialem Gesichtspunkt wichtig. Das Eisstadion ist im Winter die Anlaufstelle Nummer eins in Peißenberg“, konstatiert der TSV-Präsident. Auch andere Sparten wie die Stockschützen oder die Eiskunstläufer seien auf die Einrichtung angewiesen.

Nicht vergessen dürfe man zudem den Publikumslauf, der neben den Hobbymannschaften auch wichtige Einnahmen in die Stadionkasse spült. Um das Problem der Kabinennutzung etwas zu entzerren, hat man laut Rießenberger einen „Plan B“ in der Schublade. So denkt man derzeit über die Aufstellung eines Zeltes im Außenbereich nach. Zur Not könnten sich die Sportler auch auf den Tribünen die Ausrüstung anlegen. Bei großen Nachwuchsturnieren sei das auch vor Corona bereits gang und gäbe gewesen.

Nun wartet der TSV Peißenberg aber erst einmal ab, wie sich die Corona-Lage Anfang September darstellt und welche Hygieneschutzregeln dann gelten: „Es kommt letztlich auf das bayerische Innenministerium an“, erklärt TSV-Vize-Präsident Markus Heidler.

Von Bernhard Jepsen

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