Ende einer Ära

Seit 1993 stand Professor Dr. Gernot Klein als Ärztlicher Direktor der Klinik Höhenried in der Verantwortung. Nun wurde der renommierte Kardiologe und beliebte Klinikchef mit stehenden Ovationen in den Ruhestand verabschiedet. In der Zeit davor war Klein als Wissenschaftler auf dem Gebiet der Kardiologie und Klinischen Pharmakologie tätig. Er verfasste über 150 Fachpublikationen und hielt etwa 200 Vorträge. Sein Nachfolger ist der 47-jährige Kardiologe Professor Dr. Bernhard Schwaab aus Saarbrücken.

Für alle, die Klein kannten, war der Besuch dieser Feier ein Muss. Vorstände, Spitzen der Deutschen Rentenversicherung, Professoren, Chefärzte, Kollegen, Mitarbeiter, Bürgermeister, ehemalige Mitarbeiter: Alle wollten dabei sein. „Er ist ein Mann, der Zeit seines Lebens viele Menschen mit seinem Namen getäuscht hat, denn er erwarb sich große Anerkennung“, sagte der Erste Direktor der Deutschen Rentenversicherung Bayern Süd Manfred Burmeister. Klein habe den verantwortungsvollen Posten in schwierigen Zeiten übernommen, alle Klippen umschifft und die Klinik zu neuer wirtschaftlicher Blüte geführt. Bürgermeister Josef Steigenberger zeichnete Klein mit der „Goldenen Hofmarkmedaille“ aus. Geschäftsführer Achim Schäfer listete die in Kleins Zeit durchgeführten einschneidenden Veränderungen auf: Reduzierung von Budget, Bettenzahl, Ärzten, des Ver- waltungsaufwands sowie die Umstellungen in der Pflege und Therapie, die positiv zu einem erhöhten Spezialisierungsgrad geführt hätten. „Ich habe mich oft gefragt, was zeichnet diesen Mann aus und habe Werte wie Mut, Akzeptanz, Großzügigkeit und Freude gefunden“, das wünschte sich der Laudator auch von Kleins Nachfolger. In seiner Antrittsrede machte der neue Klinikchef Professor Dr. Schwaab deutlich, dass er diese Wünsche erfüllen kann. Er würdigte seinen Vorgänger als großen, deutschen Kardiologen, der die Klinik Höhenried zur renommiertesten im gesamten deutschsprachigen Raum gemacht habe. Für Heiterkeit sorgte Erwin Mahn, Erster Direktor a. D. der Deutschen Rentenversicherung Oberbayern, mit der Schilderung der Doktorarbeit Kleins – „Über die Samenblasen der Meerschweinchen“. Beeindruckt zeigte sich Mahn von der Menschlichkeit des Arztes. Er habe Entscheidungen als „Primus inter pares“ getroffen, Mitarbeiter neu motiviert und mit diesen Eigenschaften zum Erfolg der Klinik beigetragen. Die 15 Jahre unter Kleins Führung seien ein Teil der Klinikgeschichte. „Lieber Herr Professor, Sie waren einfach wunderbar.“ Klein, der ein Mitschüler Edmund Stoibers war, später hochgestellte Persönlichkeiten, wie den Augsburger Bischof Walter Mixa und damaligen Wirtschaftsminister Horst Seehofer behandelt hatte, zeigte sich gerührt und bewegt. Neben dem Gefühl von Wehmut verspüre er aber auch Erleichterung. Etwas loszuwerden, sei ebenfalls etwas Schönes. Seinen Nachfolger beschrieb Klein als exzellenten Mediziner und sympathischen Menschen. Schwaab habe unter 25 Bewerbern schon nach der ersten Vorstellung als Wunschkandidat aller Beteiligter gegolten und keinerlei Fürsprache bedurft. Der Wunschkandidat sieht die Klinik Höhenried für die Zukunft gut aufgestellt: „Ich bin mir sicher, dass sie Zukunft hat und würde mich freuen, wenn ich meine nächsten 20 Berufsjahre mit Ihnen verbringen darf“, wandte er sich an die Gäste der Abschiedsfeier.

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