Turmtheater Regensburg bringt Samuel Becketts Drama auf die Bühne

"Endspiel" in Weilheim

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Hamm und Clov sind einander abgeneigt und doch kann einer nicht ohne den anderen.

Weilheim – Die Entscheidung, im Rahmen des Weilheimer Kulturprogrammes Samuel Becketts Drama „Endspiel“ zur Aufführung zu bringen, kann durchaus als mutig bezeichnet werden. Das gut besuchte Gastspiel des Turmtheaters Regensburg im Stadttheater zeigte jedoch, dass sich der Mut gelohnt hat.

Grau, kaputt und düster präsentierte sich das von Katharina Claudia Dobner gestaltete Bühnenbild, auf dem die beiden Hauptfiguren Hamm und Clov während des Einakters umeinander kreisen, sich trennen wollen und doch nicht voneinander lassen können. Dem blinden und an den Rollstuhl gefesselten Hamm (virtuos gespielt von Martin Hofer) und seinem steifbeinigen, krumm gebuckelten Diener Clov (eindrucksvoll Paul Kaiser) ist gleichermaßen klar, dass es mit ihnen zu Ende gehen wird. Sie verachten sich gegenseitig, doch der Blinde ist abhängig vom Sehenden, aber auch umgekehrt besteht Abhängigkeit. Denn nur Hamm weiß, wie sich der Speiseschrank mit den letzten Rationen öffnen lässt. Der Blick durch zwei Fenster offenbart, dass die Welt da draußen nicht mehr besteht.

Zwei Mülltonnen entpuppen sich als Unterkunft von Hamms Eltern, die – nach einem Unfall beinamputiert – dort dahinvegetieren. Auch das Verhältnis zwischen Mutter Nell (Undine Schneider), Vater Nagg (Heinz Müller) und ihrem Sohn ist von gegenseitiger Verachtung geprägt. So erzählt Hamm, dass er sie schon einmal „entsorgen“ lassen wollte.

Allen Akteuren ist klar, dass es in einer kaputten Welt keine Zukunft für sie gibt und ihr Ende greifbar nahe ist. Nur der genaue Zeitpunkt hängt davon ab, ob und wann Clov sich entschließt, Hamm zu verlassen. In dieser Situation gibt es keine Ziele und Werte mehr, dafür werden Kleinigkeiten wie die pedantisch genaue Positionierung von Hamms Rollstuhl mit absurder Wichtigkeit aufgeladen. Erst nach quälend lang zelebriertem Selbstmitleid – „gibt es ein besseres Elend als meines?“ – kommt Hamm zu der Einsicht, dass ein weiteres Hinauszögern absurd und sinnlos ist. „Es ist zu Ende, Clov, wir sind am Ende. Ich brauche dich nicht mehr,“ fügt er sich in das Unvermeidliche.

Der Einakter „Endspiel“, ein starkes Stück Weltliteratur aus dem Jahre 1956, das dem Zuschauer unter die Haut geht, kam unter der Regie von Michael Bleiziffer auf die Weilheimer Bühne.

Von Maria Hofstetter 

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