Bürgerstiftung analysiert in städtischen Gebäuden Strom- und Heizungskosten

Dem Energieverbrauch auf der Spur

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Inspizierten der Gasheizung im Keller des Stadttheaters: Vorne v.li. Manfred Forsthofer und Werner Sonderer; hinten v.li.: Karl Neuner, Andreas Scharli, Peter Müller, Geschäftsführer der Energie GmbH Stadtwerke und Stadtkämmerer Christoph Scharf.

Weilheim – Über 400000 Euro kostet die Stadt jährlich der Gas- und Stromverbrauch in ihren Liegenschaften. Für die energetische Sanierung der Gebäude wurde eine Prioritätenliste erstellt. 

Vergleichsdaten über den Energieaufwand soll ein sogenanntes Benchmarking liefern, das die Bürgerstiftung „Energiewende Oberland“ (EWO) für sieben städtische Gebäude durchführen wird.

Im Heizungskeller des Stadttheaters besichtigten Vertreter von EWO, Stadtverwaltung und Stadtwerken die im Jahr 2000 installierte Gasheizung. Sie erbringt zweimal 74 KW Leistung und ist technisch überholt. „Die Anlage arbeitet ohne Brennwerttechnik“, erklärte Werner Sonderer; er ist zuständig für die städtischen Liegenschaften. „Statt der Kennzahl von 160 KWh/m2/ Jahr werden im Theater 240 KWh verbraucht“, rechnete Andreas Scharli vor. Der EWO-Energieberater sieht dringenden Handlungsbedarf: „Wir müssen dran bleiben.“

Die Energieverbräuche gehen mächtig ins Geld und betragen allein für das Stadttheater 20000 Euro im Jahr. Die Ursachen für die hohen Ausgaben ermitteln und beseitigen heißt das Ziel in allen städtischen Liegenschaften. An der Heizungsbesichtigung nahm auch Manfred Forsthofer teil. Der Heizungs- und Lüftungsbauer arbeitet seit Kurzem bei den Stadtwerken und wird die Hausmeister in Kindergärten und Schulen künftig in Energiefragen beraten. Für einige städtische Gebäude führen die Stadtwerke bereits die Hausmeisterdienste durch, berichtete Bereichsleiter Karl Neuner.

Scharli beschreibt das Benchmarking als kostengünstige Alternative, die Energieverbräuche mit denen ähnlicher Liegenschaften vergleichbar zu machen. Die elektronisch erfassten Daten dienten als Grundlage für Sanierungsentscheidungen und seien von den Liegenschaftsverwaltern vor Ort über das Webportal einfach zu bedienen. Auf der Basis des jährlichen Energieverbrauchs, führte Scharli aus, wird für die energieintensivsten Gebäude ein Maßnahmenkatalog erstellt und das weitere Vorgehen von der EWO fachlich begleitet. Je nach Gebäudegröße kostet der Service 110 oder 180 Euro pro Objekt und Jahr. Im Auftrag der Stadt ermittelt die EWO die Energieverbräuche in Kindergarten Pfiffikus, Musikschule, Jugendzentrum, Stadttheater, Stadthalle, Feuerwehrgerätehaus und Stadtmuseum.

Auch andere Kommunen im Landkreis zeigen Interesse an dem Angebot der EWO. „Penzberg macht mit. Wielenbach und Hohenpeißenberg sind auf dem Weg“, berichtete Scharli. Bei allen Untersuchungen und Maßnahmen hält der Energieexperte aber den „gesunden Menschenverstand“ für das Wichtigste. Neben dem Energieverbrauch sei auch maßgeblich, ob ein Gebäude häufig ausgelastet ist oder nur sporadisch genutzt wird.

Von Maria Hofstetter

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