Stadtwerke Weilheim: Geschäftsführer der Energiesparte zeigt Lösungsansätze auf

Energiewende nutzbringend umsetzen

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Neues Gesicht in der städtischen Energieversorgung: Diplom-Kaufmann Peter Müller (48) ist seit Januar Geschäftsführer der Energie GmbH bei den Weilheimer Stadtwerken.

Weilheim – Unter dem Dach der Stadtwerke wird die selbstständige Tochtergesellschaft „Stadtwerke Weilheim i.OB Energie GmbH SWE“ gegründet. Der Notartermin steht knapp bevor. Geschäftsführer Peter Müller zeigte im Stadtrat auf, wie sich Weilheim künftig mit Energie versorgen und aktiv ins Energiegeschäft einsteigen könnte.

Wärmeversorgung 

Mit 168 000 MWh/a (80 MW Leistung) trägt Erdgas den Löwenanteil an der Gesamtheizmenge von 220 000 MWh/a (100 MW Leistung). Der Konzessionsvertrag mit dem Erdgaslieferanten ESB läuft Mitte 2016 aus. Soll das Netz für grob geschätzte zehn Mio. Euro übernommen werden? Müller bezifferte die derzeitigen Erlöse aus der Netznutzung mit 1,7 Mio. Euro/a. Auch eine Beteiligung an der Erdwärme Oberland GmbH, die in der Lichtenau ein Geothermiekraftwerk plant, könnte Sinn machen. Allerdings müsste der Wärmepreis trotz der fünf Kilometer langen Leitung zum Stadtzentrum – Müller sieht darin einen „erheblichen Standortnachteil“ – konkurrenzfähig bleiben. Mit der ersten Wärmelieferung aus der Lichtenau rechnet Müller „frühestens im Winter 2015/16“. Eine Beteiligung Dritter am Wärmenetz sei ebenso zu überlegen wie die Selbstbewirtschaftung oder Vergabe. „Wir sprechen hier von zehn bis 20 Mio. Euro“, umriss Müller den Kostenrahmen. 

 Stromerzeugung 

Die Stromerzeugung mit regenerativen Energien wird ein weiterer Schwerpunkt sein. 80 000 MWh bei rund 25 MW Leistung werden derzeit in Weilheim jährlich verbraucht. Die für das Geothermiekraftwerk prognostizierten zehn MW hält Müller für „knapp ausreichend“. Obwohl der Regionalplan für Weilheim keine Vorrangflächen für Windräder vorsieht, seien Standorte wie der Stadtwald auf eine Windkraftnutzung hin zu überprüfen, schlug Müller vor, der auch eine stärkere Einbindung der Wasserkraft befürwortet. Müller: „An der Ammer könnte Strom für 1 000 Haushalte erzeugt werden.“ Der Konzessionsvertrag mit eon Bayern endet 2016. Das Netz müsse dann neu bewertet und eine Übernahme für „grob geschätzte zehn bis 15 Mio. Euro“ überlegt werden. Aus der Netznutzung werden jährlich rund 3,2 Mio. Euro erlöst, berichtete der Geschäftsführer. Er wies darauf hin, dass auch die Stromzähler umgerüstet und die Straßenbeleuchtung optimiert werden müssen. Beim Stromvertrieb könnte die Weilheimer Energie GmbH nicht als „Billiganbieter“ mithalten. Müller lieferte in seinem Vortrag viel Diskussionsstoff und machte die gewaltigen Herausforderungen deutlich, für die der Stadtrat die politischen Weichen stellen muss. Das Gremium einigte sich darauf, dass der von der Energie GmbH aufgezeigte Weg grundsätzlich beschritten werden soll. Bis zur Sitzung des Verwaltungsrates im März wird Geschäftsführer Müller weitere Details zu Geothermieprojekt und Stromnetz liefern, erklärte er auf Nachfrage des Kreisboten.

Von Maria Hofstetter

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