Bis Ende 2018 wird Variantenvorschlag für Entlastungsstraße erarbeitet

Trassen kommen zum Vergleich

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Bis Ende 2018 wird ein Variantenvorschlag für die Entlastungsstraße erarbeitet.

Weilheim – „Alle Trassen müssen in gleicher Schärfe und Tiefe untersucht werden“, betonte Uwe Fritsch, als er den Stadtrat vergangene Woche über den Planungsstand für eine Entlastungsstraße unterrichtete. Bis Ende 2018, führte der neue Behördenchef des Staatlichen Bauamtes Weilheim aus, soll der Vergleich der Varianten abgeschlossen sein und einer Trasse der Vorzug gegeben werden.

Mit der Aufnahme einer Entlastung in den vordringlichen Bedarfsplan für Bundesfernstraßen haben sich „völlig neue Voraussetzungen ergeben“, klärte Fritsch auf. Das Bauamt hat jetzt einen konkreten Planungsauftrag. Mit seinem für den Landkreis Weilheim-Schongau zuständigen Abteilungsleiter Andreas Lenker informierte Fritsch das Gremium über den Stand der Planungen, den vorliegenden Entwurf eines Verkehrsgutachtens und nächste Schritte. Dabei wurde deutlich, dass bei den Planungen einer Entlastungsstraße viele weitere Aspekte zu berücksichtigen sind. Ihre Auswirkungen auf Mensch, Tier, Pflanze und Umwelt ebenso wie die Finanzierbarkeit. 300 000 Euro werden laut Fritsch in die Planung investiert.

Anfang 2017 startete das federführende Bauamt das Projekt. Das Verkehrsgutachten und eine Umweltverträglichkeitsstudie wurden in Auftrag gegeben. Ein weiteres Büro untersucht und vergleicht die möglichen Varianten einer West- und Ostumgehung. Auch ein Tunnelexperte sowie ein Gutachter für die Untersuchung des Baugrundes werden zu Rate gezogen.

Wenn Ende 2018, wie vorgesehen, „alle Fakten auf dem Tisch liegen“, könne in die Diskussion eingestiegen werden, stellte Fritsch in Aussicht. Der Stadtrat muss sich dann mehrheitlich darüber einig werden, wohin die Reise gehen soll.

Anhand von Grafiken präsentierte Abteilungsleiter Lenker den Entwurf des Verkehrsgutachtens, den das Münchner Ingenieurbüro Prof. Dr. Kurzak erstellt hat. Die Stadt Weilheim hatte diesem Büro bereits vor 20 Jahren ein Verkehrsgutachten in Auftrag gegeben.

An 26 Knotenpunkten im Stadtgebiet wurden am 5. und 6. Juli Verkehrszählungen durchgeführt und die Autofahrer am 11. Juli an den Einfallstraßen nach ihrem Fahrziel befragt (wir berichteten). Aus dem Vergleich der Zahlen von 1997 und 2017 leitete Lenker ab, dass das Verkehrsaufkommen in Weilheim in den letzten 20 Jahren deutlich gestiegen ist. Mit einer Ausnahme: Im Bereich Rathausplatz/B 2 hielt sich die Zunahme mit acht bis zehn Prozent in Grenzen. „Die Belastungsspitze ist hier bereits erreicht“, kommentierte dies Lenker.

34 Prozent der Pkw und 59 Prozent der Schwerlastfahrzeuge, ergab die Verkehrszählung für ganz Weilheim, sind Durchgangsverkehr. Zwei Drittel der Autofahrer, die nach Weilheim fahren, wollen drin bleiben, erklärte Lenker.

Im Kurzak-Gutachten aus dem Jahre 1997 gab es weder Südspange noch Töllernallee. Auf der Pollinger Straße hat sich der Verkehr durch die Südspange um 5 900 Fahrzeuge (24 Prozent) reduziert, berichtete der Abteilungsleiter weiter.

Welche verkehrliche Entlastung würden die Varianten bringen? Nach einer Prognose für das Jahr 2035 würden eine Westumfahrung vor allem die B 2 an der Alpenstraße um bis zu 8 000 Fahrzeuge entlasten, bei einer Umfahrung im Osten um bis zu 9 400 Fahrzeuge. Ein Tunnel könnte laut Gutachten bis zu 10 300 Fahrzeuge aufnehmen und würde sich nur auf die Verkehrsachse Nord-Süd (B 2, Pollinger-, Oderdinger Straße) positiv auswirken.

Während eine Ost- und Westumfahrung den Verkehr auf der Nord-Süd-Achse nahezu gleich reduzieren würden, zeigt die Kurzak-Studie für die Außenbereiche Unterschiede auf: So würden von einer Westumfahrung vor allem die Gebiete im Westen profitieren (Paradeis, Öferl) und von einer Ostumfahrung jene im Osten, wie Narbonner Ring und Obere Stadt.

Liegt die Endfassung des Kurzak-Gutachtens vor, soll sie auf den Homepages von Bauamt und Stadt für die Bürger einsehbar gemacht werden, kündigten Loth und Fritsch an.

Als es in der Sitzung zum Verkehrsgutachten noch Nachfragen gab, riet Verkehrsreferent Dr. Klaus Reindl (BfW) seinen Kollegen, „in das erste abgefragte Kriterium nicht zu viel reinzuinterpretieren“ und „bis 2018 abzuwarten“.

Von Maria Hofstetter

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