E.ON verkauft PKG-Schaltanlagen in Peißenberg - Stromnetz wird übernommen

Franz Jerouschek, Uwe Horn, Manuela Vanni und PKG-Mitarbeiter Kurt Heiß im Umspannwerk auf dem PKG-Gelände. Südöstlich davon soll die neue 20 KV-Anlage entstehen.

Der 1. Januar 2011 ist für die Gemeindewerke ein bedeutender Stichtag: Der Eigenbetrieb wird dann nicht nur strukturell in ein Kommunalunternehmen (KU) umgewandelt. Nach erfolgreichen Kaufverhandlungen mit dem Energiekonzern E.ON geht gleichzeitig das vorgelagerte Stromnetz der Peißenberger Kraftwerksgesellschaft (PKG) in das neue KU-Anlagevermögen über.

„Ich bin stolz auf unsere Werke, weil sie immer ihr eigenes Stromnetz hatten – jetzt werden wir sogar den gesamten Netzbetrieb am Ort wahrnehmen“, freute sich Bürgermeisterin Manuela Vanni bei einem Pressegespräch über den vereinbarten Eigentumswechsel. Ihr Interesse an den PKG-Schaltanlagen hatten die Gemeindewerke seit längerem bekundet. Die Pläne von Altbürgermeister Hermann Schnitzer und dem früheren Werkleiter Markus Ostermeier, eine gemeinsame Netzgesellschaft mit E.ON zu gründen, sorgten im Wahlkampf vor drei Jahren allerdings für massive Proteste in der Bevölkerung und für Unverständnis bei den Mitarbeitern, die um ihre Arbeitsplätze fürchteten. Während sich andere Kommunalwerke damals längst darum bemühten, ihre Stromnetze zurückzukaufen, sprach Ostermeier überschwänglich von einer „historischen Chance“. Die hat man nun genutzt, „aber ohne Beteiligung von E.ON“, wie Elektromeister Franz Jerouschek erleichtert anmerkte. „Das ist genau das, was die Bürger immer wollten“, ergänzte Vanni. „Es ist eine Sicherheit für die Stromkunden, wenn das Netz der Kommune gehört“. Ziel der Werke ist es, mit neuen Schaltanlagen die eigene Versorgungsphilosophie voranzutreiben. Anstatt störanfälliger Kopfstation wird auf ein sogenanntes Ringnetz gesetzt, das pro Trafostation zwei Einspeisepunkte gewährleistet. „Die Gemeindewerke arbeiten präventiv und nicht ereignisorien- tiert“, verdeutlichte Jerouschek. Die Stromausfälle in den letzten Jahren könne man jedenfalls „an einer Hand abzählen“. Für zusätzliche Versorgungssicherheit soll der Aufbau einer neuen 20 KV-Schaltanlage sorgen, die Schritt für Schritt die derzeitige 6 KV-Anlage ersetzen soll. Dass das Ortsnetz in den nächsten zwei Jahren komplett auf 20 KV umgestellt werden muss, liegt auch an der gestiegenen Zahl von Photovoltaik-Anlagen: „Wir sind momentan am oberen Limit. Je weiter man vom Umspannwerk weg ist, umso komplizierter wird es“, berichtete Jerouschek. Neben dem Sicherheitsaspekt gibt es für die Werke finanzielle Vorteile durch den Ankauf der Schaltanlagen. Bei der Netzentgeltberechnung wird künftig eine Ebene niedriger eingestuft. Direkt vorgelagert ist nicht mehr das PKG- sondern das LEW-Leitungssystem. Laut Werkleiter Uwe Horn resultiert aus dem Sprung von Netzebene fünf auf vier eine jährliche Kostenersparnis von 50 000 Euro. Sämtliche Gewinne durch den Netzbetrieb werden laut Horn „ umgehend in die Versorgungssicherheit refinanziert“. Über den Kaufpreis für die Schaltanlagen schwieg Horn. Trotz einiger Rückschläge seien die Verhandlungen aber „gut gelaufen“.

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