Seltene Apfel- & Birnensorten

Ergebnisse der Kartierung des Sortenerhaltungsprojekts

Dörr- und Brennbirne
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Weniger zum Essen, aber perfekt für Dörrobst oder einen guten Schnaps: Fruchtproben einer alten aromatischen Dörr- und Brennbirne aus Forst bei Wessobrunn

Landkreis – Im Rahmen des Sortenerhaltungsprojekts „Apfel.Birne.Berge““ wurde auch 2020 im Landkreis nach alten Apfel- und Birnensorten gesucht. Der Pomologe Georg Loferer hat nun die Ergebnisse dieser Kartierung vorgestellt. Die seltenen, regional auftretenden Sorten sollen nach ersten Verwertungstests in einem Sortenschaugarten im Landkreis erhalten werden. Wo genau dieser angelegt wird, steht noch nicht fest.

Das Projekt mit dem Untertitel „Alte Obstsorten im oberbayerischen Alpenvorland“ hat sich die Rettung und Pflege alter Apfel- und Birnensorten zum Ziel gesetzt. Der Landkreis ist neben weiteren oberbayerischen Landkreisen Mitträger. Loferer und die Kreisfachberater für Gartenkultur besuchten dafür mehr als hundert Obstgärten zwischen Berchtesgaden und Weilheim. Sie erfassten dabei rund 250 relevante Bäume: Früchte, deren Sorten nicht vor Ort bestimmt werden konnten, wurden am Kompetenzzentrum Obstbau am Bodensee (KOB) von den Pomologen Hans-Thomas Bosch und Fritz Eckhart unter die Lupe genommen. Bei einigen Sorten waren jedoch auch die Spezialisten ratlos. Daher schickten die Wissenschaftler Blattproben an ein Schweizer Labor. So konnte unter anderem die seltene Apfelsorte „Himbsels Rambur“ an Standorten im Landkreis nachgewiesen werden. Diese stammt vermutlich aus Schwaigen bei Murnau. Manche andere blieben dagegen unerkannt: Gerade bei alten Birnensorten, von denen noch viele mächtige Altbäume an alten Hofstellen existieren, ist das Sortenwissen stark zurückgegangen. „Die Sortenvielfalt in den Obstgärten ist noch immer groß. Noch sind längst nicht alle Schätze geborgen“, sagte Eva Bichler-Öttl, Projektmanagerin des Biodiversitätsprojektes. Was verloren gehe, so Bichler-Öttl, sei jedoch das Wissen um die Sorten und ihre Verwendungsmöglichkeiten.

Bei der Kartierung wurden zudem rund hundert unbekannte/seltene Apfel- und Birnensorten entdeckt. Dazu gehören zehn unbekannte Sorten in den Gemeinden Wessobrunn-Forst, Böbing und Wildsteig. Zusammen mit weiteren 150 im Vorjahr nachgezogenen Sorten werden sie in den kommenden Jahren großgezogen. Im Herbst 2023 soll eine Auswahl in einem Sortenerhaltungsgarten gepflanzt werden. Wer einen ihm unbekannten Apfel- oder Birnbaum im Garten hat, kann Hans-Joachim Bannier, einem der deutschlandweit führenden Experten für alte Obstsorten, im „Boschnhaus“ in Vagen (Landkreis Rosenheim) am 22. November von 18 bis 21 Uhr Fruchtproben zur Bestimmung vorlegen. Eine Fruchtprobe besteht aus fünf bis zehn unversehrten, reifen Früchten aus der oberen Baumkrone. Sie muss bis zur Bestimmung kühl und luftfeucht gelagert werden. Früchte, die nicht so lange halten, können per Post an das Kompetenzzentrum Obst am Bodensee zur Bestimmung versendet werden.

Weitere Infos zur Sortenbestimmung, zu Kursen und zum Projekt sind online zu finden.

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Von Kreisbote

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