Vorstellung der Ergebnisse des Energiseprojekts

Energiesparen im Alltag

+
Wäschewaschen gehört zu den größten Energiefressern im Haushalt.

Region – Insgesamt 40 vierköpfige Familien aus der Region haben bei der Datenerhebung für das Projekt „Energise“ geholfen (wir berichteten).

Dabei waren die Familien aus Weilheim, Murnau und Iffeldorf nicht die einzigen. Außer in Deutschland wurde noch in neun weiteren europäischen Ländern der Energieverbrauch in privaten Haushalten untersucht, um zu zeigen, dass durch Energiesparen im Alltag jeder maßgeblich dazu beitragen kann, die notwendigen Klimaziele zu erreichen.

In Deutschland wird das Projekt von Professor Henrike Rau, die im Department für Geographie an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) zu Nachhaltigkeitsthemen forscht, geleitet. Ausgangspunkt der Forschung war die Fragestellung, ob und wie der Energieverbrauch im Haushalt durch die Veränderung von Alltagspraktiken gesenkt werden kann. Dabei stellten die Forscher die größten Energiefresser im Haushalt in den Mittelpunkt: Heizen verursacht bis zu 70 Prozent des gesamten Energieverbrauchs im Haushalt, womöglich, weil es so wenig bewusst und oft nebenbei geschieht. Dem gegenüber ist das Wäschewaschen eine typische und sehr erfahrbare Hausarbeit, die besonders in Mehrpersonenhaushalten täglich Thema ist.

Doch wie lief der Versuch nun in der Praxis ab ? Das „Energise“-Forscherteam wählte mit lokaler Unterstützung der Bürgerstiftung „Energiewende Oberland“ die Haushalte aus und stellte ihnen je zwei Aufgaben: zum einen, die Anzahl der üblichen Waschgänge über einen Zeitraum von vier Wochen um die Hälfte zu reduzieren und zum anderen, eine durchschnittliche Raumtemperatur von 18 °C während der Heizsaison vier Wochen lang nicht zu überschreiten.

Die Ziele waren hoch gesteckt und konnten von keinem der Test-Haushalte unter realen Alltagsbedingungen erfüllt werden. Der zweite Blick auf die Forschungsergebnisse zeigt jedoch große Erfolge: Im Durchschnitt wurde die Raumtemperatur um 1,2 °C gesenkt. Die Anzahl der 40 °C-Waschgänge wurde um 34 Prozent gesenkt, die der 60 °C Waschgänge sogar um 39 Prozent. Der Gesamtenergieverbrauch für Wäschewaschen reduzierte sich von durchschnittlich 343 kWh auf 246 kWh pro Monat. Allein durch diese Veränderungen haben die Test-Haushalte rund 30 Prozent der sonst verbrauchten Energie eingespart. Das Projekt hat gezeigt, dass viele Alltagsgewohnheiten schwer zu ändern sind. Aber auch, dass es sich lohnt, neue energiesparende Praktiken auszuprobieren, wie Energise, Europäisches Netzwerk für die Erforschung und Umsetzung nachhaltiger Energiekonzepte, in einer Pressemitteilung angibt. Der Umwelt zuliebe wird unter anderem empfohlen, Kleidung seltener und weniger heiß zu waschen und statt einer Vollbeheizung der gesamten Wohnung auf einen dickeren Pulli und eine warme Tasse Tee zurückzugreifen.

Von Kreisbote

Auch interessant

Meistgelesen

Entlastungsstraße Weilheim: Großer Redebedarf bei fünftem Themenabend
Entlastungsstraße Weilheim: Großer Redebedarf bei fünftem Themenabend
Gewinnen Sie einen Erlebnisaufenthalt im Europa-Park für die ganze Familie
Gewinnen Sie einen Erlebnisaufenthalt im Europa-Park für die ganze Familie
Solarpotenzialkataster für Weilheim-Schongau geht ab 2. Dezember online
Solarpotenzialkataster für Weilheim-Schongau geht ab 2. Dezember online
Gerold Grimm geht nach 45 Dienstjahren in den Ruhestand
Gerold Grimm geht nach 45 Dienstjahren in den Ruhestand

Kommentare