Erleichtert, dass es endlich losgeht – Hochwasserschutz am Waitzackerbach begonnen, Damm fasst 40 000 Kubikmeter

Während Vertreter der Ämter, Behörden, Firmen und einige Stadträte den Spaten schwingen, halten Andrea Niedernhuber (8.v.li.) und Gudrun Reindl ihr mitgebrachtes Stadtwappen hoch, auf dem sie zweimal einen „Danke“-Zettel angebracht haben. Foto: Hofstetter

Motorsägen rattern im Hintergrund, als beim Spatenstich für das Rückhaltebecken an der Tankenrainer Straße die Erdschollen durch die Luft wirbeln. Nach „Abheben“ ist am 4. Juli wohl auch Andrea Niedernhuber zumute.

Einen halben Meter hoch stand ihre Küche nach dem Starkregen im Juni 2011 unter Wasser, denkt sie schaudernd zurück. Mit 20 Anliegern hatte sie bereits 2007 beim Stadtrat einen Dringlichkeitsantrag für Sofortmaßnahmen und zur Lösung des Hochwasserproblems am Waitzackerbach eingereicht. „Die Stadt hat sofort mit dem Planen begonnen“, fügte sie dankbar an. „Wir sind an der ersten großen Hochwasserschutzmaßnahme unter der Regie der Stadt seit Jahren dran“, sagte Bürgermeister Markus Loth und verwies in seiner Ansprache auf den langen Verfahrensweg. Geplant hat das Echinger Ingenieurbüro Blasy-Överland; die Firma Schneider aus Peiting wird die mit 1,6 Mio. Euro veranschlagte Baumaßnahme durchführen. Der Freistaat Bayern unterstützt den Hochwasserschutz für dieses Gewässer dritter Ordnung mit 65 Prozent, wie Wasserwirtschaftsamtschef Roland Kriegsch beim Spatenstich bekanntgab. Stadtbaumeister Wolfgang Frank erklärte das weitere Vorgehen: Nach dem Abholzen der Bäume wird entlang des Radweges der Untergrund ausgehoben und ein zwei Meter hoher Rückhaltedamm gebaut. Er führt über den Waitzackerbach bis ins Nachbargrundstück. Übersteigen die Wassermengen das Fassungsvermögen von 40 000 m3, wird in das Moos abgeleitet. Das Bett des Waitzackerbaches wird ökologisch ausgebaut. Läuft alles nach Plan, könnte der Damm bis zum Jahresende einsatzfähig sein. „Unser Landkreis liegt am Wasser“, stellte Landrat Dr. Friedrich Zeller mit Hinweis auf Lech, Ammer, Loisach und die umliegenden Seen fest. Dass sie beim nächsten Hochwasser nicht mehr um ihr Haus bangen und auch kein Geld mehr für das Beheben der Schäden zurücklegen muss, freut Andrea Niedernhuber.

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