Ernsthafte Debatte gefordert – Penzberger Imam Idriz stellt sein neues Buch vor

„Die Muslime in Deutschland müssen endlich eine ernsthafte Debatte führen“, fordert Imam Idriz bei der Vorstellung seines Buches „Grüß Gott, Herr Imam!“. Foto: Stangl

Vor den zahlreich gekommenen Zuhörern in der Aula der Oberlandschulen verkündet Imam Idriz: „Heute ist ein historischer Tag für alle Muslime und die ganze Welt, denn das Regime in Ägypten ist endlich gestürzt.“

Dass dieser wichtige Moment in der Geschichte ausgerechnet mit der Vorstellung seines neuen Buches „Grüß Gott, Herr Imam!“ am vergangenen Freitag zusammenfällt, hat wahrscheinlich auch Idriz nicht zu träumen gewagt. Die ohnehin schon hohe Aktualität seines Textes gewinnt dadurch noch an Bedeutung. Denn die Kernfrage, die Idriz in „Grüß Gott, Herr Imam!“ stellt, ist: Kann das funktionieren, Islam und Demokratie? Jawohl, es kann funktionieren, meint der Penzberger Imam. Seit 1995 ist Benjamin Idriz bereits das Oberhaupt der islamischen Gemeinde in Penzberg. Seit 2009 ist er Vorsitzender des Vereins „Zentrum für Islam in Europa – München“ und bundesweit bekannt durch seine Bestrebungen, Imamausbildungen in Deutschland zu ermöglichen. Ende letzten Jahres kam nun sein neues Buch heraus, „Grüß Gott, Herr Imam!“, das schon im Titel die angestrebte Verbindung von Christentum und Islam zeigt. Idriz geht auf Themen wie Frauen im Islam, Gleichberechtigung, Scharia, das Grundgesetz und Freiheit ein. „Mein Buch soll ein Anstoß sein für alle Muslime, sich mit Deutschland zu identifizieren, denn gerade der Islam verlangt dies“, bemerkt Idriz. Die zunehmende Islamfeindlichkeit in Deutschland vernebelt laut Idriz einen objektiven Blick auf diese Religion, die ebenso wie das Judentum und das Christentum seit Jahrtausenden in Europa angesiedelt ist. Die deutsche Gesellschaft muss sich wieder auf die gemeinsamen Werte von Islam und Christentum besinnen und vom Dialog zwischen den Religionen zu einer Freundschaft finden, fordert Idriz und spricht besonders die Muslime an, wenn er betont, dass der Koran mit der deutschen Verfassung in Fragen wie Gleichberechtigung von Mann und Frau oder Religionsfreiheit übereinstimmt. Entscheidend für eine positive Entwicklung des Islam in Deutschland ist laut Idriz eine Ausbildung für Imame in Deutschland. „Wir brauchen in den Gemeinden moderne, hier geborene Menschen und keine Imame aus dem Ausland, die nicht einmal die deutsche Sprache beherrschen“, verlangt Idriz und betont: „Ein Umdenken in den islamischen Gemeinden Deutschlands wird lange dauern, also fangen wir damit an!“

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