Ernüchterndes Ergebnis – CSU und SPD verlieren Stimmen – Kleine Parteien erhalten Zulauf

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ILJA SIEGEMUND; Landkreis – Die Bundestagswahl hat bestätigt, was sich bei der Europawahl angedeutet hat: Im Wahlkreis 226, der die drei Landkreise Weilheim-Schongau, Garmisch-Partenkirchen und Landsberg am Lech umfasst, zählen die kleinen Parteien zu den klaren Gewinnern. CSU und SPD müssen herbe Verluste hinnehmen. Deutlich im Aufwind sind Klaus Breil (FDP), der vor vier Jahren 4,8 Prozent der Stimmen bekam, Marcus Reichenberg für die Grünen (7,8 Prozent) und für die Linken Werner Bäumler (2,6 Prozent). 59,4 Prozent der Wähler wählten im Jahr 2005 Alexander Dobrindt (CSU), der erstmals kandidierte, in den Bundestag. Heuer ging Dobrindt als CSU-Generalsekretär in seine zweite Bundestagswahl und erhielt 51,99 Prozent der Erststimmen. Sein bestes Ergebnis erzielte er in Wallgau mit 71,35 Prozent. In seiner Heimatgemeinde gaben 51,03 Prozent der Peißenberger Dobrindt ihre Stimme. Sein schwächstes Ergebnis musste Dobrindt in Penzberg mit 41,8 Prozent hinnehmen. Dort landete seine Konkurrentin Angelica Dullinger (SPD) jedoch mit 22,92 Prozent ihren größten Erfolg. In Egling an der Paar (Landkreis Landsberg) kam sie jedoch nur auf knapp 6,25 Prozent der Erststimmen. Klaus Breil (FDP), der nun neben Dobrindt den Wahlkreis 226 in Berlin vertritt, kam in seiner Heimatgemeinde Bernried auf 14,8 Prozent der Stimmen. In Eglfing (Landkreis Weilheim-Schongau) reichte es nur zu 5,68 Prozent der Erststimmen. Marcus Reichenberg (Grüne) erhielt vor allem von den Wählern am Ammersee die Stimmen. In Utting (Landkreis Landsberg) holte er mit 20,18 Prozent sein bestes Ergebnis, in Raisting 17,29 und in seiner Heimatstadt Weilheim 16,62 Prozent. Katastrophal hingegen Reichenbergs Abschneiden in Krün, wo er mit 4,74 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte. Die Hochburg der Linken ist im Schongauer Raum. Dort erzielte Werner Bäumler in Peiting mit 7,53 und in Schongau mit 6,95 Prozent seine besten Ergebnisse. In vielen Gemeinden scheiterte er an der Fünf-Prozent-Hürde. Am geringsten war die Wahlbeteiligung im Landkreis Garmisch-Partenkirchen mit 72,25 Prozent, gefolgt vom Landkreis Weilheim-Schongau mit 73,98 Prozent und dem Landkreis Landsberg mit 74,85 Prozent. Verfolgten bei früheren Bundestagswahlen die Kandidaten gemeinsam die Ergebnisse im Landratsamt, so gab es heuer keine Wahlparty. „Der Steuerzahler soll keinerlei Wahlparty mehr finanzieren“, erklärte Landrat Dr. Friedrich Zeller (SPD) die Entscheidung. Denn für Häppchen und Getränke der bis zu 100 Gäste der Wahlparties in der Vergangenheit sei der Steuerzahler aufgekommen. Zudem bestehe im Internetzeitalter nicht mehr die Notwendigkeit, sich zu versammeln, um Informationen zu erhalten.

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