Mit der Ammer leben

WWA errichtet nahe der Stadthalle Stufenanlagen aus Naturstein

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Stadtbaumeisterin Andrea Roppelt und Vizebürgermeisterin Angelika Flock (v.li.) zeigten sich angetan von den Plänen, die Bernhard Müller, WWA Weilheim (re.), präsentierte. An dem Pressegespräch im Rathaus nahm noch Wolfgang Hug, Leiter WWF-Büro Weilheim, teil.

Weilheim – Die Ammer zieht sich als Lebensader durch Weilheim. Zonen schaffen, wo man barrierefrei an ihr Wasser hingehen, auf einer Bank am Ufer eine gemütliche Rast einlegen kann: Die Überlegungen, den Fluss für die Bürger „erlebbar“ zu machen, sind nicht neu. Im Zuge der Ammersanierung, die derzeit im Stadtbereich durchgeführt wird, hat das Wasserwirtschaftsamt (WWA) Weilheim diese Idee wieder aufgegriffen.

In unmittelbarer Nähe zur Stadthalle sollen am flacheren linken Gleitufer, wo die Strömungsgeschwindigkeit geringer ist, zwei Stufenanlagen aus Blocksteinen errichtet werden. Als Abteilungsleiter Bernhard Müller vom WWA im Rathaus das Projekt vorstellte, war auch von der „Sozialfunktion der Gewässer“ die Rede, die laut einem Aktionsprogramm 2030 der bayerischen Staatsregierung gestärkt werden soll. „Die Gewässerräume“, heißt es darin, seien „für den Menschen wichtige naturnahe Rückzugsräume der Erholung, Freizeitgestaltung und Begegnung“.

„Ein schönes Projekt“, lobte Vizebürgermeisterin Angelika Flock den Plan, auf städtischer Flur Verweilplätze an der Ammer zu schaffen. Bei einigen Anliegern kommt diese Idee anscheinend nicht so gut an, sie fürchten Lärm und Feiergelage. Ihre Sorgen seien unbegründet, „das wird kein Remmidemmi-Platz“, stellte Flock klar. Weder ein Grillplatz noch eine Badestelle sind hier geplant. Flock wies auf einen Termin vor Ort hin, zu dem alle interessierten Bürger eingeladen sind (siehe Infokasten).

Vor der Bewerbung für die Landesgartenschau 2024 bis 2026 sowie bei einem Workshop 2019 zusammen mit den Bürgern sei bereits überlegt worden, wie die Aufenthaltsqualität an der Ammer im Stadtbereich verbessert werden kann, erinnerte Stadtbaumeisterin Andrea Roppelt. Unter die Gewinnerstädte hat es Weilheim 2018 allerdings nicht geschafft (wir berichteten).

Die circa 20 bis 30 Meter langen Stufen aus Naturstein – konkrete Maße stehen noch nicht fest – sollen zum Hinsetzen einladen. Durchgeführt wird die Maßnahme ab Herbst vom WWA. „Die Baukosten in Höhe von circa 125 000 Euro zahlt komplett der Freistaat“, berichtete Abteilungsleiter Müller. Vorgesehen sind zwei Anlagen, 200 Meter nördlich und direkt unterhalb der Stadthalle mit barrierefreiem Zugang zur Ammer. Bis zum Sommer 2021 sollen die acht Stufen benutzbar sein. Für den Unterhalt (Schwemmsandbeseitigung nach Hochwasser, Müllentsorgung) wird die Stadt Weilheim zuständig sein.

Auch der WWF, der das Hotspot-Projekt „Alpenfluss-Landschaften – Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze“ koordiniert, will sich in das Vorhaben einbringen. „Das Bewusstsein für naturnahe Lebensräume schaffen und dafür, dass die Ammer eine besondere Bedeutung für die Naherholung hat“, ist Wolfgang Hug, Leiter des WWF-Büros Wildflüsse Alpen in Weilheim, ein Anliegen.

Schulklassen sowie Familien mit Kindern könnten laut Hug an der Ammer „Naturschutzbildung direkt am Wasser“ erleben. Bei Hochwasser, führte er weiter aus, werde der Fluss als Bedrohung wahrgenommen. „Da stehen alle schnell mal am Ufer. Aber wenn die Ammer richtig schön glitzert, sehen das nur wenige“, bedauerte Hug, von dessen Büro aus grenzübergreifend mit Österreich und der Schweiz zusammengearbeitet wird. Er wies darauf hin, dass auch der Tourismusverband Pfaffenwinkel, im Hotspot-Projekt ein enger Partner des WWF, die „Besucherlenkung an Ammer und Lech“ im Fokus hat.

Noch Fragen offen?

Vertreter der Stadt (Bürgermeisterin Flock, Stadtbaumeisterin Roppelt), Abteilungsleiter Müller vom WWA, WWF-Büroleiter Hug und Andreas Schmid vom Tourismusverband Pfaffenwinkel werden Weilheims Bürger am Donnerstag, 27. August, vor Beginn der Bauarbeiten über die Gestaltung des Uferbereichs informieren. Treffpunkt ist um 17 Uhr an der Stadthalle. „Anregungen sind willkommen“, sagte Flock. Teilnehmer werden gebeten, die Abstandsregeln einzuhalten und Masken mitzubringen.
Von Maria Hofstetter
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