Ersatzneubau Turnhallen am Weilheimer Gymnasium: Planung wird zunächst fortgesetzt

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So sähe die Variante „2 + 1“ (Ansicht Ost) von der B 2 aus gesehen aus.

Weilheim-Schongau – Er freue sich, die nächsten zehn Minuten über etwas anderes als die Corona-Krise sprechen zu können, sagte Florian Steinbach, Leiter Kommunale Bau- und Liegenschaftsverwaltung Landratsamt, zu Beginn seiner Ausführungen zum Ersatzneubau Turnhallen am Weilheimer Gymnasium.

Ganz ließ sich das Thema allerdings nicht ausklammern, da auch bei diesem Projekt die Folgen der Pandemie für Ungewissheit sorgen. Untersucht wurden gemäß Kreistagsbeschluss zwei grundlegend verschiedene Varianten. Nämlich die Variante „3 x 1“ (drei übereinandergestapelte Einfachturnhallen) und die Variante „2 + 1“ (eine ballsporttaugliche Zweifachhalle + eine Einfachhalle). Nach umfangreichen Planungsüberlegungen habe sich die Variante „2 + 1“ in Form einer halb eingegrabenen Einfachturnhalle mit einer darüber liegenden Zweifachturnhalle als funktional beste Lösung für alle Nutzer (Schule und Breitensport), aber auch wirtschaftlich und städtebaulich beste Lösung herausgestellt, erklärte Steinbach. Die Variante „3 x 1“ benötigt dagegen mehr Erschließungsflächen.

Die Gesamtkosten belaufen sich auf etwa 13,12 Mio. Euro. Davon trägt 11,75 Mio. Euro der Landkreis Weilheim-Schongau und 1,37 Mio. die Stadt Weilheim. Außerdem seien in dieser relativ hohen Zahl der Ansatz des Baupreisindex (rund 800 000 Euro), ein Puffer für Unvorhergesehenes (rund 650 000 Euro) und die Pausenhallen (rund 900 000 Euro) enthalten, erklärte Steinbach. Was die Fördersituation anbelangt, gibt es für die Halle an sich nur die Standardförderung. Allerdings wird die Sanierung der dahinter liegenden Pausenhalle als separate Maßnahme gefördert, weshalb „unterm Strich“ etwas mehr dabei raus komme, so Steinbach.

Auch ein Kostenvergleich mit der Dreifachturnhalle Birkenstraße in Penzberg (ohne Anteil Stadt, indexbereinigt) wurde angestellt. Dieser ergibt rund 680 000 Euro an Mehrkosten für den Ersatzneubau in Weilheim. Ein Grund dafür sei der erhöhte Aufwand durch mehrere Ebenen, wie Steinbach in seiner Präsentation angab.

Ebenfalls gemäß Kreistagsbeschluss wurden zwei Varianten zum energetischen Standard untersucht. Genauer unter die Lupe genommen wurden der Mindeststandard nach EnEV und der Standard „KfW 55“. Die Mehrkosten für ein Gebäude im KfW-55-Standard belaufen sich laut Steinbach auf „lediglich circa 56 000 Euro.“ Diese würden für größere Dämmstärken sowie eine Dreischeibenverglasung fällig werden. Steinbach ging zudem auf die Minimalvariante ein, die im Wesentlichen den Abbruch und die Erneuerung des Daches sowie unverzichtbare Zusatzarbeiten in den Bereichen Heizung, Lüftung, Sanitär und Elektro beinhaltet. Diese wurde bereits 2017 untersucht und dem Kreistag vorgestellt. Die Kosten dieser Variante, inklusive der inzwischen ebenfalls zu erneuernden Hallenböden, belaufen sich unter Berücksichtigung des Baupreisindex (Stand 2020) auf rund 930 000 Euro. Allerdings sei die Minimalvariante aus baufachlicher Sicht nicht zu empfehlen und wurde daher 2017 vom Kreistag auch nicht weiterverfolgt, wie Steinbach klarstellte.

Ob wegen der derzeitigen Corona-Krise verbunden mit künftig zurückgehenden Einnahmen aus der Kreisumlage/Eigenmitteln mehr als die Minimalvariante überhaupt finanzierbar wäre, ist derzeit jedoch offen, wie es in der Präsentation weiter heißt. Zudem hätte sie den Vorteil,dass mindestens zehn Jahre lang immerhin die zwei Einzelhallen zur Verfügung ständen, so Kreiskämmerer Norbert Merk.

Letztendlich mussten die Räte darüber abstimmen, ob zunächst unverändert bis zur Genehmigungsplanung weiter gemacht werde und welche Möglichkeit des energetischen Standards dabei berücksichtigt werden soll. Peter Erhard (CSU) sprach sich genauso wie Landrätin Andrea Jochner-Weiß dafür aus, die Planung weiter zu verfolgen. Damit würde man den Schulen ein klares Signal senden, auch wenn der Zeitpunkt der Umsetzung noch fragwürdig sei. Letztendlich wurden beide Punkte einstimmig abgesegnet. Somit kann im Herbst wie vorgesehen der Bauantrag gestellt werden. Über die Weiterführung der Maßnahme wird der Kreistag jedoch frühestens im Rahmen der Beratung des Nachtragshaushalts 2020 entscheiden.

Von Sofia Wiethaler

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