Ein grundlegend veränderter Schulalltag

Die ersten Kinder an den Grundschulen sind zurück: Welche Herausforderungen es gibt

+
Es werden nur noch halbe Klassen unterrichtet. Nur so kann genügend Abstand in den Klassenzimmern gehalten werden.

Weilheim – Die Schule hat vergangene Woche wieder begonnen? Allerdings hat sich der Schulalltag „grundlegend verändert“, wie Tobias Pupeter, Schulleiter der Weilheimer Grundschule am Hardt, sagt.

Nur eine Tür am Haupteingang ist geöffnet. Drinnen zeigt ein großer Pfeil die Gehrichtung, ein „Einbahnstraßenschild“ weist zur Treppe. Kurz danach steht eine große Tafel mit Bildern und kurzen Texten. Dass man sich die Hände waschen soll oder dass man in die Ellenbeuge niest, ist darauf zu erkennen. Es ist alles irgendwie anders, seitdem die Viertklässler seit Montag vergangener Woche wieder zum Unterricht erscheinen. Wobei „es sehr gut begonnen hat“, berichtet Pupeter. Es sei zwar ein großer organisatorischer Aufwand gewesen, aber das System habe sich bewährt. „Die Kinder verstehen es“ und es laufe alles sehr diszipliniert ab.

Momentan wird der Unterricht in zwei Schichten abgehalten. Die erste Hälfte der Schüler kommt von 8 bis 10.30 Uhr, die zweite Hälfte von 10.30 bis 13 Uhr. Dadurch sind die einzelnen Klassen deutlich kleiner, der Abstand lässt sich gut einhalten. Masken müssen die Kinder während des Unterrichts deshalb nicht tragen.

Der Unterricht selbst läuft auch anders als sonst ab. Bis Pfingsten stehen Deutsch, Mathe und HSU im Vordergrund. „Es gibt derzeit kein Sport, Werken oder Musik.“ Auch Gruppenarbeiten können nicht durchgeführt werden. „Und die Lehrer dürfen nicht mehr rumgehen, um den Kindern direkt etwas zu zeigen oder zu erklären“, sagt der Schulleiter. Frontalunterricht ist das Stichwort.

Besonders schwierig für die Lehrer sei es aber, mit dem unterschiedlichen Lernstand der Schüler umzugehen. Während der Zeit, in der kein Präsenzunterricht stattfand, bekamen die Schüler per E-Mail Übungs- und Arbeitsblätter für zuhause. Allerdings waren die Voraussetzungen für die Kinder sehr unterschiedlich gewesen. „Manche Kinder haben keinen Drucker zuhause. Die mussten die Übungen vom Smartphone ablesen.“ Andere hätten nur ein Gerät, an dem mehrere Personen arbeiten mussten. Auch die Zeit, die Eltern investieren konnten, um die Schüler zu unterstützen, sei unterschiedlich gewesen. Manche hätten nebenbei ja auch noch Homeoffice machen müssen.

Dadurch bestehe jetzt eine sehr heterogene Gruppe, was den Lernstand betreffe, meint Pupeter. Allerdings zeigte sich der Schulleiter auch optimistisch. Es laufe bisher alles sehr gut.

An der Schule gilt es nicht nur die Schüler, sondern natürlich auch die Lehrer zu schützen. Diejenigen, die über 60 Jahre alt sind, dürfen laut Pupeter noch zuhause bleiben. Alle anderen Lehrkräfte, die zur Risikogruppe gehören, treten zwar den Dienst an, aber sie halten keinen Unterricht, sondern übernehmen Verwaltungsarbeiten.

Seit dieser Woche sind jetzt auch die Erstklässler wieder an der Schule. Jedoch nur für zwei beziehungsweise drei Tage die Woche. Nach Pfingsten sollen dann die restlichen Klassen folgen. Auch gruppenweise. Dann heißt die nächste Herausforderung: genügend Räumlichkeiten finden.

Von Stephanie Novy

Bilder, Videos und aktuelle Ereignisse aus Ihrer Heimat: Besuchen Sie den Kreisboten Weilheim auch auf FACEBOOK.

Auch interessant

Meistgelesen

Sängerin Anamica Lindig initiiert Diskussionsrunde zu Existenznöten in der Kulturbranche
Sängerin Anamica Lindig initiiert Diskussionsrunde zu Existenznöten in der Kulturbranche
Vom Missionar zum Kirchenkritiker
Vom Missionar zum Kirchenkritiker
DLRG warnt vor Gefahren beim Baden
DLRG warnt vor Gefahren beim Baden
Rund 300 Teilnehmer demonstrieren bei Friedensfest in Peißenberg
Rund 300 Teilnehmer demonstrieren bei Friedensfest in Peißenberg

Kommentare