Viel geschafft, aber auch noch viel vor

Erster »Umwelt-Jahresbericht« im Weilheimer Stadtrat

Symbolfoto: Pflänzchen, das aus der Erde wächst.
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Im Stadtrat hat der Umwelt- und Klimareferent erstmals einen Bericht vorgestellt.

Weilheim – „Erstmals hat der Stadtrat seit 2020 einen Referenten für Umwelt und Klima. Das wird der steigenden Bedeutung des Klimawandels und der Dringlichkeit von Maßnahmen gegen die Auswirkungen des Klimawandels gerecht.“

So heißt es zu Beginn des Jahresberichts von Umwelt- und Klimareferent Prof. Dr. Stefan Emeis, den der Grünen-Vertreter in einer der letzten Sitzungen des Weilheimer Stadtrates vortrug.

Das wurde erreicht

Als wichtige Punkte, die heuer erreicht wurden, nannte Emeis unter anderem den Klimaausschuss. Dieser wird zur Vorberatung von Fragen zu Umwelt und Klima eingesetzt. Mit den dortigen Vertretern habe auch die Agenda 2030 ein definiertes Mitspracherecht bekommen. Insbesondere die Frage, ob die Stadt für das weitere Vorgehen ein Klimaschutzkonzept oder einen Energienutzungsplan braucht, sei dort ausführlich behandelt worden.

Zudem habe die Stadt die Klimaneutralität bis 2035 beschlossen und die Stelle eines Klimamanagers ausgeschrieben. 2021 soll diese besetzt werden. Für die Erstellung des Energienutzungsplans muss zuerst die Förderung durch den Freistaat Bayern beantragt werden. Als weiteren wichtigen Punkt nannte Emeis, dass die Stadtwerke ab 2022 den Stadtbusverkehr mit elektrischen Bussen durchführen sollen. Dafür sprach er Stadtwerke-Chef Peter Müller sein Lob aus. Für den im Rahmen der Beratungen über den Bebauungsplan „Nördlich der Geistbühelstraße“ organisierten Workshop dankte der Grünen-Stadtrat Stadtbaumeisterin Andrea Roppelt-Sommer. Er soll am Ende zu einer „Weilheimer Charta“ führen, welche die Randbedingungen für künftige nachhaltige Bauvorhaben in der Stadt setzten und auch Vorbild für andere Kommunen sein soll.

Wichtige Ziele

Unter ‚Wichtige Ziele‘ steht in Emeis Bericht, dass der Klimamanager seine Arbeit aufnimmt und die verschiedenen Handlungen, welche für einen besseren Umwelt- und Klimaschutz notwendig sind, koordiniert. Er oder sie arbeite eng mit dem Manager der städtischen Liegenschaften und den drei Stadtratsreferenten für Energie, Umwelt und Klima sowie für Verkehr zusammen und soll direkt dem Bürgermeister berichten.

Wichtig sei auch der Beginn, wesentliche Punkte des Aktionsplans des Bürgerantrags vom Herbst 2019 abzuarbeiten. „Wesentlich ist hierbei – neben der Vorbildfunktion der Stadt – die Bürger und die Wirtschaft mit einzubeziehen und entsprechende Anreize zu schaffen“, heißt es in Emeis Bericht.

Weiter wird das Ende des Torfabbaus auf Weilheimer Flur genannt. Dabei handle es sich um den letzten kommerziellen Torfabbau in Bayern. Das Gelände müsse danach in enger Abstimmung mit dem Landratsamt und der Schutzgemeinschaft Weilheimer Moos unter Berücksichtigung der Interessen der Landwirtschaft renaturiert werden. Im Verkehrsbereich seien Maßnahmen gefragt, die den nicht an Verbrennungsmotoren gebundenen Verkehr weiter bevorzugen, wie durchgehende Fahrradstraßen. Hier seien die derzeit stattfindenden Workshops und der Verkehrsausschuss gefordert. Zudem sollen Gebäude weitgehend durch Nahwärmenetze, Wärmepumpen oder Pellets- und Hackschnitzelheizungen mit Wärme versorgt werden. Den großen Teil der in der Stadt benötigten elektrischen Energie sollen zudem PV-Anlagen mit Speichern bereitstellen.

„In Fragen des Klimaschutzes und der Nachhaltigkeit kann nicht alles durch die Stadt initiiert und geschultert werden. Vielmehr ist jeder Bürger aufgefordert – entsprechend seiner Fähigkeiten und Möglichkeiten – hier mitzuwirken“, wird in der Schlussbemerkung klargestellt. Die Stadt könne aber Vorbild sein und versuchen, im Rahmen ihrer Möglichkeiten lenkend einzugreifen, zum Beispiel bei der Bau- und Verkehrsplanung. „Finanzielle Förderungen existieren bereits auf verschiedenen Ebenen, so dass eine zusätzliche Förderung durch die Stadt Weilheim nicht erwartet werden sollte“, wird in dem Bericht deutlich gemacht. „Insgesamt sind wir auf einem langen Weg schon ganz gut vorangekommen“, führte Emeis abschließend aus.

Von Sofia Wiethaler

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